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CDU im Gespräch mit den heimischen Energieversorgern zum Thema Gas- und Versorgungssicherheit

Steeden. „Wir brauchen in diesen schwierigen Zeiten Planungssicherheit für private Haushalte, Unternehmen und auch für die Versorgungsbetriebe im Landkreis!“ Mit diesen Worten eröffnet der Sprecher des Arbeitskreises für Energie der CDU-Kreistagsfraktion, Tobias Grän, den gemeinsamen Informationsaustausch der CDU-Kreistagsfraktion mit EVL, Stadtwerken Weilburg und Syna bzw. Süwag am Standort in Runkel-Steeden.

Anlässlich des nun seit rund vier Monaten wütenden Krieges in der Ukraine befürchten nicht nur zahlreiche Unternehmen, sondern auch viele Privathaushalte Engpässe und kaum kalkulierbare Preisanstiege in der Energieversorgung mit Öl und Gas. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Vertreter der Syna GmbH Jouke Landman die Entscheidung der Bundesrepublik, aufgrund der Risiken durch den Ukraine-Krieg, den sogenannten Notfallplans Gas aufzurufen. Dadurch wird die Möglichkeit gegeben, dass sich regionale Versorger, die Verwaltung und weitere Stellen vorausschauend auf alle möglichen Szenarien vorbereiten können, setzt Frank Schneider (Leiter der Netzleitstelle der Syna) fort.

Trotz der Reduzierung der russischen Gaslieferungen und von der Regierung ausgerufen 2. Warnstufe ist aktuell die Gasversorgung stabil. Nach aktuellen Prognosen werden die Gasvorräte im kommenden Winter nicht für alle Gasanwendungen ausreichen. Hinzu kommt das mit der Gasverknappung ein weiterer Preisanstieg zu befürchten ist.

Auf Nachfrage von Landtagsabgeordnetem Andreas Hofmeister, womit der Endkunde im Zweifelsfall rechnen muss, erläuterte Christian Kurz, Technische Führungskraft Gas (Syna), dass der Großteil ihrer Kunden im Landkreis sog. „geschützte Kunden“ seien. Bei einer Zuspitzung der Versorgung würden zunächst „nicht geschützte Kunden“ aktiv angesprochen, ihren Verbrauch zu drosseln. Im Landkreis sind dies wenige Industriekunden mit einem hohen Gasbedarf. „Eine Abschaltung sei die letzte Maßnahme“, so Kurz weiter.

Jörg Korschinsky, Geschäftsführer der Stadtwerke Weilburg sieht das Problem in der aktuell geführten Schadensdiskussion. „Die Kunden als Endabnehmer sind zentrales Glied in der Steuerungskette, deshalb muss der Dialog mit diesen gesucht und auf Einsparpotentiale hingewiesen werden, um die Speicher für Krisenfälle aufrecht zu erhalten“, so Korschinsky.

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Christian Wendel spitzt die Diskussion zu, dass das Problem auch aus volkswirtschaftlicher Sicht betrachtet werden muss und der Schaden auf lokaler Ebene so gering wie möglich gehalten werden muss. Es hilft weder der Ukraine noch den Menschen hier, wenn durch Zwangsreduzierungen am Ende eine geschwächte deutsche Volkswirtschaft mit „geschützten Kunden“ besteht, die jedoch am nächsten Tag ohne Arbeitsplatz da stehen könnten.

Vor Ort, im Landkreis, ist Landrat Köberle im Hinblick auf die aktuelle Situation dankbar für die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Energieversorgern. „Die Krisenstäbe sind eingerichtet, die einzelnen Akteure kennen Aufgaben und Verantwortungen und proben den Ernstfall!“, führte Köberle fort.

Der Landtagsabgeordnete Hofmeister benennt mit dem Kunden und Endverbraucher, den wichtigsten Akteur, der mit seiner Bereitschaft zum Einsparen über erhebliches Steuerungspotential verfügt: „Jeder Einzelne, als Teil der Gesellschaft, muss sich fragen: „Was bin ich bereit zu ertragen?“ © Tarik Cinar