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Bundesamt für Strahlenschutz und WHO intensivieren Gespräche zum Schutz vor Radon

BfS-Präsidentin Inge Paulini: Bewusstsein für Gefahren durch Radon muss gestärkt werden

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verstärken gemeinsame Bemühungen im Kampf gegen das krebserregende Edelgas Radon.

Bei einem bilateralen Treffen am WHO-Hauptsitz in Genf (Schweiz) erläuterten die Partner laufende und geplante Programme, um die Radon-Belastung zu senken. Im Mittelpunkt stehen dabei Aktivitäten, die darauf zielen, das Bewusstsein über die Gesundheitsgefahr durch Radon in der Öffentlichkeit zu stärken.
„Radon ist ein weltweites Gesundheitsproblem. Wir wollen den internationalen Austausch dazu intensivieren, denn Strahlung macht nicht an der Grenze Halt“, sagte die Präsidentin des BfS, Inge Paulini: „Radon ist nach dem Rauchen die Hauptursache für die Entstehung von Lungenkrebs in Deutschland. Hier können rund fünf Prozent aller Todesfälle durch Lungenkrebs pro Jahr, etwa 1.900 von insgesamt 37.000, Radon zugeschrieben werden. Vielen Menschen ist aber nicht bewusst, dass von diesem natürlich vorkommenden radioaktiven Gas erhebliche Gesundheitsgefahren ausgehen. Umso wichtiger ist es, das Thema breit zu diskutieren und auf die Möglichkeiten zum Schutz vor Radon hinzuweisen.“
Mit der Stellvertretenden WHO-Generaldirektorin für Klima und andere Bestimmungsgrößen der Gesundheit, Joy St. John, diskutierte Inge Paulini Möglichkeiten, das Lungenkrebsrisiko durch Radon zu verringern. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Risikokommunikation – in diesem Bereich unterstützt das BfS die WHO seit 2018 als Kooperationszentrum. Bei dem Treffen beschlossen die Partner, das Thema bei einem internationalen Workshop zu vertiefen: Bei dem für Herbst 2019 in München geplanten Treffen werden europäische Expertinnen und Experten aus den Bereichen Risikokommunikation, Gesundheitspsychologie und Gesundheitsverhalten Erfahrungen austauschen und Strategien entwickeln, um das Thema Radon bekannter zu machen. Ziel ist, Bürgerinnen und Bürger, aber auch zentrale Akteure wie Bauwirtschaft, Architekten, Landes- und Kommunalverwaltungen dazu zu bewegen, die Radonbelastung aktiv zu reduzieren.
In der Bundesrepublik Deutschland ist der Schutz vor Radon im Strahlenschutzgesetz und in der Strahlenschutzverordnung geregelt. In dem kürzlich in Kraft getretenen Gesetz wurde erstmals ein Referenzwert in Höhe von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze festgelegt. Das BfS unterstützt die Bundesländer dabei, deutschlandweit die Gebiete auszuweisen, in denen mit einer hohen Radon-Konzentration in vielen Gebäuden zu rechnen ist. In diesen Gebieten werden besondere Bauvorschriften gelten und an Arbeitsplätzen sind Radonmessungen verpflichtend vorgeschrieben.
Stichwort: Kooperationszentren der WHO
Die Kooperationszentren der WHO sind Forschungseinrichtungen oder Institute, die als Teil eines internationalen Verbundes der WHO in Gesundheitsfragen zuarbeiten. Das BfS unterstützt die WHO seit 2006 als Kooperationszentrum in mittlerweile acht Forschungs- und Arbeitsbereichen:
• Strahlenrisiken im Bereich niedriger Dosen
• Notfallschutz
• Elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder
• Optische Strahlung
• Radon
• Medizinische Strahlenexposition
• Entwicklung und Umsetzung von Standards und Leitlinien
• Risikokommunikation
Bundesamt für Strahlenschutz:
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des Strahlenschutzes. Die über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewerten Strahlenrisiken, überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen unter www.bfs.de. © Bundesamt für Strahlenschutz