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Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht Entgeltstatistik

Der mittlere Verdienst im Kreis Limburg-Weilburg beträgt 3.129 Euro brutto

Dass es auf regionaler Ebene und branchespezifisch deutliche Einkommensunterschiede gibt, zeigt jetzt eine Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Wie die Limburger Arbeitsagentur berichtet, werden in dem vorliegenden Zahlenwerk die mittleren Bruttoeinkünfte (Medianeinkommen) aus dem Dezember 2019 nach Regionen und Branchen ausgewiesen. Maßgeblich sei dabei der Beschäftigungsort.

Beim Vergleich der Einkünfte von sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten (ohne Auszubildende) belegt Hessen mit einem mittleren Einkommen von 3.686 Euro den dritten Platz. Höhere Einkünfte erwirtschaften Arbeitnehmer nur in Hamburg und Baden-Württemberg. Bundesweit liegt der Mittelwert bei 3.401 Euro. Im Landkreis Limburg-Weilburg zahlten die Unternehmen an ihre vollzeitbeschäftigten Mitarbeiter im Mittel 3.129 Euro. Hessischer Spitzenreiter ist Frankfurt (4.431 Euro). Mit monatlich 2.993 Euro ist der Werra-Meißner-Kreis hessenweit der Landkreis mit dem geringsten mittleren Einkommen.

Geschlechtsspezifisch treten auch in Limburg-Weilburg unter den Vollzeitbeschäftigten deutliche Unterschiede auf. So verdienen Männer 3.249 Euro, während Frauen lediglich 2.860 Euro erzielen. Die Veröffentlichung unterscheidet zudem nach Nationalitäten (Deutsche: 3.256 Euro, Ausländer: 2.295 Euro), Altersstrukturen und Qualifikationsniveaus. Demnach liegt das mittlere Einkommen für ungelernte Arbeitskräfte in der Region bei 2.297 Euro. Facharbeiter bringen 3.142 Euro mit nach Hause, Akademiker 4.955 Euro. Beleuchtet man die Löhne und Gehälter nicht nach dem Beschäftigungs- sondern Wohnortprinzip, liegt das mittlere Einkommen der im Kreisgebiet lebenden Vollzeitbeschäftigten bei 3.459 Euro. In der bundesweiten Differenzierung nach Branchen werden in der Mineralölverarbeitung (5.613 Euro), im Fahrzeugbau (5.401 Euro) und bei den Versicherern (5.256 Euro) die höchsten Medianeinkommen erzielt. Angeführt wird die Einkommenstabelle allerdings von der Erdöl- und Erdgasgewinnung. Hier liegt der Medianwert über der Beitragsbemessungsgrenze von 6.150 Euro und lässt sich somit als einziger Wert nicht hinreichend genau definieren. Die Entgeltstatistik gibt es im Internet kostenlos unter https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201912/iiia6/beschaeftigung-entgelt-entgelt/entgelt-d-0-201912-xlsm.xlsm.

 

Hintergrundinformation:

Das Medianeinkommen bezeichnet die Einkommenshöhe, von der aus die Anzahl der Personen mit niedrigeren Einkommen gleich groß ist, wie die der Personen mit höheren Einkommen. Damit definiert der Median das mittlere Einkommen.

Warum betrachtet die Entgelt-Statistik üblicherweise den Median?

Die Berechnung von Mittelwerten - wie dem arithmetischen Mittel - ist methodisch nicht sinnvoll, da die tatsächlichen Bruttomonatsentgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze nicht bekannt sind. Der Medianwert ist hingegen geeignet, um die Streuung der Entgelte zu charakterisieren. Der Median hat im Gegensatz zum arithmetischen Mittel zudem den Vorteil gegenüber sogenannten Ausreißern, also Werten, die extrem von anderen Werten abweichen, robust zu sein. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar