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Bürgergespräch der Bürgerinitiative brachte „Landtags-Politik-Feeling“ in die Kulturhalle . . .

Am gestrigen Abend hatte die "Bürgerinitiative Ortsumgehung Niederbrechen e.V." eingeladen zum Bürgergespräch in die Sport- und Kulturhalle. Mit dabei waren Joachim Veyhelmann (MdL, CDU), Dr. Sebastian Schaub (Bündnis 90/DIE GRÜNEN), Marion Schardt-Sauer (FDP) und Viktoria Spiegelberg-Karmens (SPD). Sie berichteten aus ihrer Sicht zur gewünschten Ortsumgehung und ihren bisherigen Erfahrungen und stellten sich anschließend den interessierten Fragen der Besucher der Veranstaltung.

Ob es an der Uhrzeit oder am Thema lag, ist unklar, in jedem Fall hätte es noch reichlich Platz gehabt für viel mehr Menschen, die dieses Thema entlang der B8 durch Brechen und/oder entlang der Villmarer Straße direkt oder indirekt betrifft....

Streckenweise wähnte man sich im Landtag, als die Argumente gegenseitig die Bälle hin- und herzuschubsen schienen, aber die Diskussionsrunde verlief dank der Moderation von Heiko Ewald mit Unterstützung von Udo Koch sehr übersichtlich. 

Die B 8 ist eine, wenn nicht DIE Ausweichroute bei Störungen auf der A3 und innerhalb kürzester Zeit dem Verkehrsinfarkt nahe, wenn es mal wieder soweit ist. Unstrittig ist daher bei allen die Notwendigkeit des Handelns zur Entlastung der Menschen entlang der B8 und wichtig sei dabei, dass man Brechen mit bei der Planung berücksichtige. Speziell die parallel laufende Planung der Änderung am Bahnübergang dürfe hier nicht dazu führen, dass man das B8-Problem aus den Augen verliere. Daher forderte Viktoria Spiegelberg-Karmens auch, endlich anzufangen. Marion Schardt-Sauer mahnt die ins Uferlose ausarten zu scheinenden Planungszeiten an während Dr. Sebastian Schaub sich für ein kritisches Überdenken des eigenen Mobilitätsverhaltens stark macht. Viele Wege seien per z.B. per Fahrrad zu bewerkstelligen. 

Die farblich-politischen "Schuldzuweisungen" über vermeintliche Versäumnisse oder der Vorjahre Versprechen, es besser zu machen für die Zukunft gaben sich die Klinke in die Hand, doch in der Sache war man sich einig. 

Wie bereits beim Besuch von Ministerpräsident Volker Bouffier (hier geht's zum Beitrag), wurde auch hier wieder ein Problem deutlich, dass es weniger an Finanzmitteln denn viel mehr an Planungskapazitäten fehle, die in der Lage seien, derartige Projekte (gilt landesweit) zu planen - diese müssen jedoch dann wiederum durch die entsprechende Behörde "Hessen Mobil" kontrolliert werden, bevor diese in die Tat umgesetzt werden können, doch überall fehlen die Ingenieure. . . Wichtig ist es, in eine Vorplanung zu kommen, um eine Perspektive erkennen lassen zu können, denn der Verkehr hört nicht am Ortsschild auf und so ist ein gemeinsames Vorgehen im Schulterschluss für alle beteiligten Initiativen und Bürger wichtig. Bürgermeister Frank Groos will in jedem Fall bei der Haushaltsberatung 2020 einen "Fuß in die Tür" bekommen, um bei einer Neuprüfung der Prioritätenliste weiterhin berücksichtigt zu werden - die Flamme muß am Köchlen gehalten werden. 

Der Verkehr ist eine Sache und im Moment schon schlimm genug, aber hinzu komme Lärm und Gestank - hier wurde vom Publikum unisono besonders  die Lärmemission von Zweirädern bemerkt. So wurde der Ruf nach schallschluckendem Asphalt laut. Zudem sei die heute verbaute Qualität nicht mit der früheren zu vergleichen.

Selbst die Forderung nach einer "Lärmpolizei" (und damit ist nicht die ähnlich klingende Band im Ort gemeint) wurde gestellt, mehr Polizeipräsenz, um die Einhaltung von geltenden Geschwindigkeits- und Durchfahrts- oder auch Parkverboten zu überwachen und vor allem zu ahnden. 

Alles in allem ein interessanter Austausch, der zeigt, wie wichtig die Arbeit der Bürgerinitiative ist, die bei allem Zündstoff "hart in der Sache dran ist", so Joachim Veyhelmann am Ende der Diskussionsrunde, "immer fair, niemals laut fordernd sondern ruhig und sachlich sei, was ankomme - übrigens ein Statement, welches bereits Volker Bouffier bei seinem Besuch gab - und gleichzeitig ein schönes Lob und Ansporn für die Bürgerinitiative. © Peter Ehrlich

Weitere Bilder und der Videobeitrag hier im Bericht von heute Mittag: 

Bürgergespräch „Die Ortsumgehung ist uns nicht Wurscht“ am 28.08.2018 (Bilder&VIDEOlink)