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Brechen’s Reeder bewegt 400 Züge monatlich – 2. Brecher Wirtschaftsforum mit der IHK-Limburg

Brechen/Limburg. Intensiver, direkter und zwangloser Austausch zwischen Gewerbetreibenden, der Industrie- und Handels sowie Handwerkskammer auf Gemeinde und Kreisebene, so war der Grundgedanke des „Brecher Wirtschaftsforums“, welches nun nach dem ersten Treffen in coronabedingt kleinerer Runde jetzt seine Neuauflage erfahren durfte – mit weitaus mehr Beteiligten. Bürgermeister Frank Groos und IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer sehen in diesem Veranstaltungsformat eine gute Möglichkeit für die agile Wirtschaftsregion Mittelhessens sich untereinander besser kennenzulernen und zu vernetzen. „Wir sind als Gemeinde sehr gut aufgestellt und wir haben sehr gute Unternehmen: Unter anderem ihnen ist es zu verdanken, dass wir in finanzieller Hinsicht als Gemeinde gut durch die Corona-Krise gekommen sind. Wir haben scheinbar sehr krisensichere Unternehmen, wobei die Pandemie und auch die damit verbundenen Regularien auch in unserer Gemeinde einigen Betrieben das Leben sehr schwer gemacht haben. Ich erinnere dabei an die Kampagne: „Mit Sicherheit öffnen“!“, blickt Bürgermeister Frank Groos dankbar und stolz auf die letzten Monate zurück.
„Wir haben starke, häufig mittelständische und familiengeführte Unternehmen und darunter viele ‚hidden Champions‘, die auch in der Pandemie souverän und zuversichtlich ihre Unternehmen geführt haben. Unternehmen, die mutig sind und Visionen haben und darauf können wir in unserer Region stolz sein, so Monika Sommer dankbar im Rückblick auf die besondere Zeit.

Zum Schwerpunktthema „Logistik“ konnte der Gewinner des „Deutschen Mobilitätspreises 2021“, Martin Tolksdorf als Speaker gewonnen werden. Mit seiner MTL-Firmengruppe koordiniert, steuert und plant er den Güterverkehr weltweit – von der Bahnhofstraße in Niederbrechen aus. Hierbei setzt er, selbst Brecher Urgewächs, auf Personal aus der Region. Über 65% seiner Belegschaft stammen aus Brechen. Die bewegten Tonnagen und zurückgelegten Kilometer auf der Schiene und jetzt auch neu Bruttoregistertonnen zur See mit bald 5 eigenen Schiffen auf allen Weltmeeren unterstreichen die weltweite Bedeutung Brecher Unternehmen auch für die ganze Welt. So ist Martin Tolksdorf der einzige Reeder im Landkreis Limburg-Weilburg, freute sich Bürgermeister Frank Groos. In seinem anschaulichen und mit Begeisterung und solider Erfahrung vorgetragenen Beitrag gab Martin Tolksdorf Einblicke in die Welt der modernen Logistik. Defizite in Transportketten erkennen und die Schwächen in den Systemen auszugleichen, dabei ist sein Sohn Florian mit „Protostellar“ maßgeblich beteiligt – hierfür gab es den Deutschen Mobilitätspreis. Anschaulich verdeutlichte Martin Tolksdorf, wie Waren den Weg von China nach Deutschland finden und welche Auswirkungen auch die starken Unwetter und nicht zuletzt Corona auf die Trassenführung oder Personalplanung gehabt haben. So werden z.B. an der polnischen Grenze die Züge umgespurt von 1520 auf 1435mm, was Zeit kostet – genauso die noch optimierbare Nutzung von gemeinsam genutzten Trassen für Personen- und Güterverkehr. Neu in den Fokus ist der Balkan gerückt, hier sieht MTL großes Potential, denn rund 20.000 LKWs sind hier wöchentlich auf der Straße nach Deutschland unterwegs.

Obermeister der Bauhandwerks-Innung Limburg-Weilburg, Bruno Vormann, überbrachte die Grüße der Handkerskammer Limburg-Weilburg und freute sich über die positive Entwicklung im Ausbildungsbereich. Bereits 5% mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr konnten jetzt schon verzeichnet werden – mit einem großen Schwerpunkt im Baugewerbe. Die Regionalität im Handwerk bewährt sich auch in diesen Zeiten. Ein kleiner Imbiss rundete die Veranstaltung beim gegenseitigen Austausch ab.
© Peter Ehrlich / FOTO-EHRLICH.de

 

 

Bürgermeister Frank Groos
Martin Tolksdorf bei seinem Vortrag in der Kulturhalle
IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer
Obermeister der Bauhandwerks-Innung Limburg-Weilburg, Bruno Vormann