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BMBF-gefördertes Verbundforschungsprojekt zur Ressourceneffizienz

Neues Kataster für Hochtechnologierohstoffe
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Partnern ein Kataster für Hochtechnologierohstoffe - sogenannte wirtschaftsstrategische Rohstoffe - in Deutschland entwickelt. Dieser Lageplan zu Verteilung und Gehalten von seltenen Elementen in einheimischen Buntmetallerzen wird auf einer Konferenz am 03. und 04. September 2019 in Goslar erstmals öffentlich vorgestellt. Das Projekt wurde im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe (r4) durchgeführt.
Gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) Clausthal, der Montanuniversität Leoben in Österreich sowie dem Unternehmen Recylex GmbH Goslar hatte die BGR im 3-jährigen r4-Verbundforschungsprojekt „Hochtechnologie-relevante Metalle in deutschen sulfidischen Buntmetallerzen – Ressourcenpotenzialabschätzung“ (HTMET) historische Lagerstätten sowie alte Sammlungsbestände untersucht. Wichtige Kooperationspartner bei diesem Projekt waren die Staatlichen Geologischen Dienste Deutschlands. Ziel der Arbeiten war es, Möglichkeiten für potenzielle Explorationsaktivitäten auf einheimische Rohstoffe aufzuzeigen.
Für das neue Rohstoffkataster wurden insgesamt rund 500 Erzproben aus 109 ehemaligen Bergwerken sowie Aufschlüssen mit modernen wissenschaftlichen Verfahren mineralogisch und chemisch analysiert und die Ergebnisse in einer dafür entwickelten umfangreichen Datenbank abgelegt. Standortbezogene Datensätze, wie Informationen zu Infrastruktur und Naturschutzauflagen, sowie Ergebnisse von exemplarischen Aufbereitungsexperimenten im Labormaßstab sind darin ebenfalls enthalten. Die entwickelte Benutzeroberfläche erlaubt die Verwaltung und Visualisierung der Daten. Das Kataster erlaubt eine spezielle Bewertung der in Buntmetallerzen enthaltenen Vorkommen von Spuren-Rohstoffen für Hochtechnologieanwendungen wie Indium, Gallium und Germanium. Daneben können auch die Gehalte aller übrigen nutzbaren Rohstoffe der von der Datenbank berücksichtigten Lagerstätten in die Betrachtung einbezogen werden. Dazu gehören u.a. Fluss- und Schwerspate. Auf diese Weise werden insbesondere auch Aspekte der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz berücksichtigt.
Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Analysen ergaben, dass die untersuchten Hochtechnologiemetalle in allen klassischen Bergbaurevieren für Buntmetalle nachweisbar sind. Allerdings sind ihre Gehalte in den Erzen sehr unterschiedlich. Dies hängt von den Bildungsbedingungen der Lagerstätten und regionalen geologischen Besonderheiten ab. „In bestimmten Bereichen des Schwarzwaldes treten Zinkblenden mit erhöhten Germanium-Gehalten auf, während im Harz eher höhere Gallium-Werte in diesem Mineral nachweisbar sind“, erklärt BGR-Wissenschaftler Dr. Torsten Graupner, Koordinator des Verbundprojekts. Auch im Ruhrgebiet entdeckten die Forscherinnen und Forscher in Blei-Zink-Erzen erhöhte Konzentrationen von Germanium und Gallium. „Das Erzgebirge dagegen enthält Mineralisationen mit erhöhten Indium-Gehalten“, so Graupner.
Eine wirtschaftliche Gewinnung von Metallrohstoffen hängt jedoch in erster Linie vom Weltmarktpreis ab. Eine Wiederaufnahme des Metallbergbaus setzt neben entsprechenden bergrechtlichen Genehmigungsverfahren auch umfangreiche Investitionen in neue bergbauliche Anlagen voraus.


Weiterführende Informationen:
https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Min_rohstoffe/Projekte/Lagerstaettenforschung-laufend/HTMET.html?nn=1547826

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe  (BGR)