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BKA: Finanzdatenleaks: Einsatzmaßnahmen wegen des Verdachts der Geldwäsche und Steuerhinterziehung in mehreren Ermittlungsverfahren

Wiesbaden (ots) - Heute, am 11.08.2020, fanden mehrere Einsatzmaßnahmen wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung in mehreren Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main statt. Im
Einzelnen: Ermittlungen gegen einen Geschäftsmann in Brandenburg

Einsatzkräfte des Bundeskriminalamts durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main (Schwerpunktstaatsanwaltschaft für
Wirtschaftssachen) heute Räumlichkeiten einer Im- und Exportfirma sowie Wohnräume eines Beschuldigten in Brandenburg wegen des Verdachts der Geldwäsche.
Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, Gelder, die aus im Ausland begangenen Straftaten herrühren, in den legalen Wirtschaftskreislauf in Deutschland eingebracht zu haben, um so die tatsächliche Herkunft der Taterlöse zu verschleiern. Dies soll unter anderem in der Weise erfolgt sein, dass über die Firmenkonten betriebsfremde Zahlungen für in Russland ansässige Privatpersonen geleitet wurden. Ferner besteht der Verdacht, dass von so genannten Offshore Gesellschaften Gelder im Wert von mehr als 7 Millionen EURO transferiert wurden.
Die Verdachtslage für die Aufnahme der Ermittlungen gegen den Beschuldigten ergibt sich aus Daten aus dem Verfahrenskomplex des so genannten "Troika Laundromaten". "Troika Laundromat" bezeichnet ein Geldwäschenetzwerk, in dessen Zentrum die ehemalige russische Investmentbank TROIKA DIALOG steht, die ein Netzwerk von Offshore Gesellschaften mit Konten bei baltischen Banken unterhalten haben soll. Das Bundeskriminalamt ist seit Anfang 2019 im Besitz von Datenbeständen zu diesem Netzwerk.

Ermittlungen gegen deutsche Kunden einer Bank in Puerto Rico

In einem weiteren Verfahren ermitteln das Bundeskriminalamt und die Finanzbehörden der Länder Hessen und Nordrhein-Westfalen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und Geldwäsche gegen deutsche Kunden einer Bank mit Sitz in Puerto Rico. Die Beschuldigten werden verdächtigt, mit Hilfe der Bank Offshore-Gesellschaften gegründet zu haben, um Kapitalerträge vor dem deutschen Fiskus zu verbergen und die dafür anfallenden Steuern zu hinterziehen.

Im Zuge dieser Ermittlungen fanden heute Durchsuchungen in den Wohnräumen von sechs deutschen Beschuldigten in Hessen (Wiesbaden, Frankfurt am Main, Hattersheim, Neu-Anspach, Oberursel, Schwalbach am Taunus) und Nordrhein-Westfalen (Bonn) sowie weitere Maßnahmen bei mehreren Banken im gesamten Bundesgebiet statt. Ziel der Durchsuchungsmaßnahmen war es, Beweismittel über nicht versteuerte Auslandseinkünfte der Beschuldigten zu erlangen und die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse der Offshore-Gesellschaften in den Steueroasen aufzuklären, insbesondere die wirtschaftlich Berechtigten der jeweiligen Offshore-Gesellschaften festzustellen. Ermittlungen gegen weitere deutsche Kunden der Bank dauern an.
Ausgangspunkt der Ermittlungen sind Kundendaten aus so genannten Finanzdatenleaks.

©  Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main