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BGR und GIZ veröffentlichen neue Broschüre: Die Mobilitätswende aus entwicklungspolitischer Sicht

Ein Großteil der für die Mobilitätswende benötigten Rohstoffe stammen aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Eine neue Broschüre der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) richtet den Blick auf die Chancen und Risiken, die sich aus der globalen Produktion der Batterierohstoffe für die Entwicklungszusammenarbeit ergeben. Neben rohstoffwirtschaftlichen Daten zu Bergbau und Produktion beleuchtet die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) veröffentlichte Publikation auch beispielhafte Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in einzelnen Abbauländern.

Die Mobilität der Zukunft ist nachhaltig. So lautet das Credo der neuen Broschüre mit dem Titel „Rohstoffe für die E-Mobilität – Entwicklungspolitische Perspektiven“, die am 9. Juni im Rahmen eines Webinars von der BGR und der GIZ der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt wird. Der Grund ist denkbar einfach: Der steigende Mobilitätsbedarf kann in globalen Kontext vor dem Hintergrund der internationalen Klimaschutzziele nur durch eine Reduktion von Emissionen gedeckt werden, die umgekehrt zu einer Verringerung gesundheitlicher Schäden führen. Neben einem veränderten Mobilitätsverhalten wird die Elektromobilität zum Schlüsselfaktor für eine lokal abgasfreie Fortbewegung der Zukunft. Die Broschüre verdeutlicht, dass zum Erreichen von mehr Nachhaltigkeit im Verkehrssektor nicht nur die Nutzung von erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle spielt. Auch die Beschaffung der notwendigen Rohstoffe für neue Energietechnologien wird zum zentralen Faktor. Vor allem die Herstellung der zurzeit stark nachgefragten Lithium-Ionen-Batterien für E-Autos ist sehr rohstoffintensiv.

Die Broschüre beleuchtet die für die Batterieherstellung relevanten Rohstoffe – Aluminium, Graphit, Kobalt, Kupfer, Lithium, Mangan, Nickel, Zinn – in einem Daten- und Faktenteil. Im Fokus stehen nicht nur die Herkunft, sondern auch die Bedingungen, unter denen die Rohstoffe in den Bergbauländern abgebaut und weiterverarbeitet werden. Hierbei wird sowohl ihr positives Potenzial als Beitrag zu den sogenannten Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, als auch das entwicklungspolitische Risiko eines jeden Rohstoffs betrachtet.

Deutlich wird, dass die globale Mobilitätswende gerade für die Abbauländer der benötigten Rohstoffe neue wirtschaftspolitische Perspektiven eröffnet. Dort ist der Bergbau schon heute ein zentraler Wirtschaftsfaktor, der viele Arbeitsplätze schafft. So lag beispielsweise 2017 in Chile – einem der wichtigsten Bergbauländer der Welt – der Anteil der Bergbauproduktion im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt bei 16,6 %. Andererseits steht der Bergbau auch immer wieder im Zusammenhang mit sozialen und ökologischen Herausforderungen, zu denen gesundheitliche Risiken, fehlender Arbeitsschutz, Kinderarbeit, Entwaldung oder potenzielle Wasserverunreinigungen gehören. Hinzu kommen soziale Konflikte im Hinblick auf die Land- und Ressourcennutzung.

So bedeutet der enorme Anstieg der Nachfrage nach Rohstoffen für diese Länder große Chancen, aber auch gewaltige Herausforderungen. Hier leistet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit wichtige Unterstützung. Sie fördert beispielsweise in Entwicklungs- und Schwellenländern Pilotprojekte zur Einführung verantwortungsvoller Bergbaupraktiken. Auf diese Weise wird der globalen Klima-Agenda Rechnung getragen und gleichzeitig auf der lokalen Ebene ein wichtiger Beitrag zur Erreichung internationaler Standards und Nachhaltigkeitsziele geleistet. © Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)