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BGR leistet Beitrag zur Kartierung des Meeresbodens

IHO erhält hoch aufgelöste Daten der Meeresbodentopographie
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat hochaufgelöste digitale Daten der Meerestopographie aus zwei von ihr untersuchten Gebieten im Pazifischen und Indischen Ozean an die Internationale Hydrographische Organisation (IHO) übergeben. Die Daten wurden im Rahmen von Erkundungsarbeiten der BGR auf polymetallische Rohstoffe in der Tiefsee mit Hilfe von Fächerecholotsystemen erhoben. Die BGR hält im Auftrag der Bundesregierung je eine Erkundungslizenz auf Manganknollen im Pazifik und auf Metallsulfide im Indischen Ozean. Die Lizenzen werden durch die Internationale Meeresbodenbehörde mit Sitz in Kingston (Jamaika) auf der Basis des UN-Seerechts vergeben.

Die von der BGR bereitgestellten Datensätze stammen aus den deutschen Lizenzgebieten sowie umliegenden Arealen und decken eine Gesamtfläche von insgesamt ca. 170.000 km² ab (zum Vergleich: die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone in der Ost- und Nordsee umfasst ca. 57.000 km²). Sie zeigen in einer Auflösung von 120 x 120 Metern jeweils Aufbau und Struktur des Meeresbodens in den untersuchten Teilgebieten des Pazifischen und Indischen Ozeans in einer Tiefe von 2.000 bis 5.000 Metern. Damit sind die von der BGR bereitgestellten Datensätze deutlich detaillierter als bisher veröffentlichte Daten, die lediglich eine Auflösung von höchstens 500 x 500 Metern aufweisen.

Die IHO wird die BGR-Daten in ihr Datenmaterial aufnehmen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. „Damit trägt die BGR zu einem besseren Verständnis der weltweiten Meeresbodentopographie bei. Der globale Meeresboden ist heute erst zu etwa 20% mit modernen Verfahren kartiert“, erklärt Dr. Christian Müller, Leiter des Fachbereichs Marine Rohstofferkundung bei der BGR. Die Topographie des Meeresbodens beeinflusst bspw. die weltweiten ozeanischen Strömungen sowie die Ausbildung der Gezeiten und hat damit auch einen wesentlichen Einfluss auf das Klima.

Mit der Übergabe der Daten leistet die BGR zudem einen Beitrag für die neue UN-Dekade der Ozeanforschung für nachhaltige Entwicklung, die unter dem Motto "The Science We Need For The Ocean We Want" steht. Die Generalversammlung der UN hat hierzu sieben Schlüsselziele benannt. „Die BGR trägt mit ihren Daten zum sechsten Schlüsselziel – Zugängliche Meere, mit offenem und gleichberechtigtem Zugang zu Daten, Informationen, Technologien und Innovation – bei“, erläutert BGR-Experte Müller. © Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)