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Beuth eröffnet 4. Cybersicherheitsgipfel in Wiesbaden

Innenminister Peter Beuth:„Mit smarten Behörden den Cyber-Bedrohungen begegnen“

Innenminister Peter Beuth eröffnet 4. Cybersicherheitsgipfel in Wiesbaden

Wiesbaden. Rund 400 Experten aus Sicherheitsbehörden, Verwaltung, Wirtschaft sowie Forschung und Entwicklung waren heute anlässlich des vierten Cybersicherheitsgipfels in der Landeshauptstadt zu Gast. Das vom Hessischen Innenministerium organisierte hochkarätig besetzte Forum widmet sich einen Tag lang aktuellen Trends und Strategien im Bereich Digitalisierung, Datensicherheit und Cyberkriminalität.

Anlässlich der derzeitigen Diskussion rund um die Auktion der 5G-Mobilfunkfrequenzen betonte der Hessische Innenminister Peter Beuth in seiner Eröffnungsrede: „Die Bundesrepublik Deutschland kann sich seit ihrem Bestehen auf Partner in der Außen- und Sicherheitspolitik verlassen. Wenn unsere Partner Sicherheitsbedenken äußern, dann müssen wir das sehr ernst nehmen, auch bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen. Wenn es zum Beispiel um die Integrität von Hard- oder Software für kritische Infrastrukturen geht, muss die Entscheidung im Zweifel immer zugunsten der Sicherheit fallen.“

Insbesondere für behördliche Daten müsse ein größtmögliches Maß an Sicherheit gewährleistet werden. „Staatliche Stellen müssen ihre Daten immer bestmöglich schützen. Mit dem Hessen Cyber Competence Center haben wir einen Knotenpunkt für unsere Verwaltung, die Sicherheitsbehörden sowie für Kommunen und Wirtschaft geschaffen. Dort wird die IT-Expertise des Landes gebündelt und das im 24/7-Betrieb. Bei der Komplexität digitaler Sicherheitsfragen ist es wichtig, Hilfsangebote so einfach wie möglich zu gestalten. In einer immer stärker vernetzten virtuellen Welt sind wir auf smarte Behörden angewiesen, die frühzeitig Bedrohungen erkennen und unsere Daten vor Manipulation oder Spionage schützen“, so der Innenminister.

Kostenlose IT-Beratung für bereits 300 hessische Kommunen

Ein Hauptaugenmerk der IT-Spezialisten des Hessen Cyber Competence Center (Hessen3C) liegt auf dem Schutz der sogenannten kritischen Infrastrukturen (KRITIS). „Als zentrale Ansprechstelle stehen unsere Experten den KRITIS-Unternehmen aber auch der Wirtschaft jederzeit rund um die Uhr zur Verfügung. Mit unserem neuen Mobile Incident Response Team (MIRT) unterstützen wir im Falle eines Cyberangriffes auch landesweit vor Ort. Unsere Spezialisten helfen bei der Analyse und Schadensbegrenzung und führen digitalforensische Datensicherungen durch. Außerdem bieten wir hessischen Kommunen kostenlose Beratung an, wie die eigenen Systeme sicherer werden. Rund 300 Städte und Gemeinden konnten sich bereits von den Unterstützungsangeboten unseres ‚Kommunalen Dienstleistungszentrums Cybersicherheit‘ überzeugen. Dabei wurden bisher nahezu 900 Beratungstermine vor Ort absolviert“, erläuterte der Innenminister.

Mehr als 5,2 Millionen Euro stelle die Landesregierung für das Kommunale Dienstleistungszentrum Cybersicherheit (kDLZ) zur Verfügung. Es sei von großer Bedeutung, dass die Bundesländer ihre Fähigkeiten zum Schutz von Daten oder kritischer Infrastrukturen weiterentwickelten, betonte Peter Beuth. Hierfür werde das Land Hessen mit einem IT-Sicherheitsgesetz zudem eine eigene rechtliche Basis schaffen.

Patrick Burghardt, Staatssekretär für digitale Strategie und Entwicklung ergänzte in seiner Rede: „Das Hessische Digitalministerium und das Hessische Innenministerium arbeiten Hand in Hand, damit die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger auch beim digitalen Fortschritt mitgedacht und smart ausgestaltet wird. Ebenso wie die Digitalisierung eine Chance für unsere Gesellschaft und für unser Leben ist, so bietet sie auch Kriminellen neue Möglichkeiten. Der Ausbau der digitalen Angebote muss deshalb auch mit der Fortentwickelung der Sicherheitsmaßnahmen einhergehen.“

Behördenangelegenheiten bequem online erledigen

Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts nutzen bereits fast 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Hessen digitale Angebote von Behörden. Dies sei bereits heute ein beachtlicher Wert und zugleich Ansporn für die Zukunft, so Patrick Burghardt. „Mit unserem Servicekonto Hessen können Bürgerinnen und Bürger über das Internet verschiedene Leistungen der Landes- und Kommunalverwaltungen einfach und zu jeder Zeit in Anspruch nehmen. Dieses Angebot stellen wir auch unseren Kommunen kostenfrei zur Verfügung. In über 360 hessischen Standesämtern können beispielsweise Geburts- oder Eheurkunden über das Servicekonto online beantragt werden. In einigen Großstädten können mit dem Servicekonto schon Bewohnerparkausweise beantragt werden. Und seit Kurzem können BAföG-Anträge online mit unserem Servicekonto gestellt werden“, so Patrick Burghardt, Staatssekretär für digitale Strategie und Entwicklung.  © HMdIS