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BBK unterstützt Krankenhäuser bundesweit Handbuch zur Krankenhausalarm- und -einsatzplanung mit Empfehlungen zur Vorbereitung auf größere Schadenslagen

BBK unterstützt Krankenhäuser bundesweit Handbuch zur Krankenhausalarm- und -einsatzplanung mit Empfehlungen zur Vorbereitung auf größere Schadenslagen
Krankenhäuser gehören zu den kritischen Infrastrukturen und sind Kernbestandteil unseres Gesundheitssystems. Die Gesellschaft verlässt sich auf ihr Funktionieren – in der Alltagsversorgung und auch bei der Bewältigung von besonderen Ereignissen. Doch auch Kran-kenhäuser sind verletzliche Systeme und reagieren empfindlich auf Überlastung und Störungen. Dabei kann sowohl die Funktionalität als auch die Kapazität beeinträchtigt sein. Die aktuelle COVID-19-Pandemie zeigt eindrücklich, wie Krankenhäuser an ihre Grenzen geraten können, personell, materiell und organisatorisch.
Mit dem jetzt herausgegebenen Handbuch zur Krankenhausalarm- und -einsatzplanung gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) allen Krankenhäusern in Deutschland einen Leitfaden an die Hand, sich individuell auf größere Notfälle vorzubereiten. Denn um auch in Schadenslagen handlungsfähig zu bleiben, ist eine sorgfältige Vorbereitung erforderlich. Ein individuell erarbeiteter Krankenhausalarm- und -einsatzplan (KAEP) beschreibt, wie die Strukturen, Prozesse und Funktionen innerhalb der Klinik anzupassen sind, wenn es beispielsweise zu einem Stromausfall, zu einem Massenanfall von Verletzten, einem Cyberangriff oder wie jetzt zu einer Pandemie kommt.
Geballtes Expertenwissen auf neuestem Stand Das Werk wurde gemeinsam mit führenden Expertinnen und Experten der Krankenhausalarm- und -einsatzplanung aus medizinischen Fachgesellschaften (z.B. Deutsche Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus-Einsatzplanung, DAKEP, und Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, DGU), aus einigen Bundesländern (Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen) und zahlreichen Fachleuten aus der Kranken-hauspraxis erstellt. Es gibt somit den aktuellen Wissensstand auf dem Gebiet wieder und hat auch die jüngsten Erfahrungen aus Extremereignissen wie etwa den Terroranschlägen in Paris mit einer hohen Anzahl von Verletzten berücksichtigt.
Vorsorge für den Ernstfall Die Alarmplanung für Krankenhäuser ist im föderalen System Deutschlands Ländersache. Dementsprechend existieren zum Teil unterschiedliche rechtliche Vorgaben für den klinischen Bereich und es gibt in deutschen Krankenhausplänen eine Vielzahl unterschiedli-cher Begriffe, Strukturen und Verfahrensweisen.
„Wir als BBK haben die Aufgabe, den bundesweit einheitlichen Schutz der Zivilbevölkerung zu organisieren. Für unsere Planungen sind wir darauf angewiesen, dass es einen Basisschutz der Kranken-häuser gibt“, begründet BBK-Präsident Armin Schuster das Enga-gement des Bundes in diesem Aufgabengebiet der Bundesländer. „Dazu haben wir alle relevanten Akteure auf dem Gebiet an einen Tisch geholt und gemeinsam alle Notfälle beschrieben, mit denen Kliniken konfrontiert sein können. Ein Stromausfall, ein Massenan-fall von Verletzten – wie auch immer es dazu kommt, die Auswir-kungen sind häufig sehr ähnlich. Und die möglichst einheitliche Vor-bereitung genau darauf soll das neue Handbuch erreichen!“
Dr. Katja Scholtes, Präsidentin der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Krankenhaus-Einsatzplanung (DAKEP), betont: „Ein fehlen-des oder unzureichendes Risikomanagement und eine mangelnde Alarm- und Einsatzplanung werden in einer Krise dazu führen, dass die Verantwortlichen der Krisenbewältigung im Krankenhaus der Sonderlage hinterherlaufen. Das Handbuch trägt mit dazu bei, dass die Verantwortlichen in den Krankenhäusern, aber auch bei den Ge-fahrenabwehr- und Gesundheitsbehörden sowie bei der Politik für das wichtige Thema sensibilisiert werden. Darüber wird das von einem exzellenten Fachgremium zusammengestellte Werk eine um-fangreiche Praxisanleitung für die Erstellung und die Fortschreibung von Krankenhausalarm- und -einsatzplänen sein.“
Prof. Dr. Axel Franke, Leiter der AG Einsatz, Katastrophen- und Taktische Chirurgie bei der DGU, ergänzt: "Das Handbuch bietet für alle Kran-kenhäuser die Grundlage sich auf katastrophenmedizinische Einsatz- und Schadenslagen oder einen Massenanfall von Verletzten vorzubereiten. Es trägt somit, wie im aktuellen Weissbuch der DGU gefordert, sehr zur Verbesserung der Traumaversorgung im MANV, als auch bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen (Terror-MANV) bei. "
Das rund 180 Seiten starke Handbuch kann ab sofort über die BBK-Webseite (www.bbk.bund.de/download_KAEP) heruntergeladen werden. In Kürze wird auch eine Druckversion über das BBK bestell-bar sein. Jedes Krankenhaus in Deutschland erhält zu Beginn des Jah-res 2021 automatisch ein Papierexemplar mit der Post.

Weiterführende Informationen zum Bundesamt für Bevölkerungs-schutz und Katastrophenhilfe finden Sie auf unserer Website www.bbk.bund.de, auf unserem YouTube-Kanal oder folgen Sie uns auf Twitter @BBK_Bund.

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