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Außergewöhnlicher und schützenswerter Lebensraum wächst

Arbeitsgruppe legt Entwurf für Gebietskulisse für die Nationalparkerweiterung vor

„Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist ein beispielhaftes regionales Erfolgsmodell, von dem die Menschen, die Region und nicht zuletzt die Natur profitieren.

Das einzigartige Weltnaturerbe-Gebiet ist geprägt von einer beeindruckenden Artenvielfalt. Mit einer Erweiterung wird der Nationalpark um weitere außergewöhnliche und schützenswerte Lebensräume bereichert“, sagte Umweltministerin Priska Hinz in Bad Wildungen bei der Informationsveranstaltung über die geplante Erweiterung des Nationalparks. Dort wurden die Ergebnisse des Prüfprozesses und der Entwurf der neuen Nationalparkverordnung mitsamt der Gebietskulisse für die Erweiterung vorgestellt.

Die Fläche, die für die Erweiterung vorgesehen ist, umfasst rund 1.950 Hektar und erstreckt sich als durchgehendes, nur mit Wasserflächen unterbrochenes, Band entlang des Edersees von den Itterhängen bei Vöhl-Herzhausen über die Nieder-Werber Bucht bis nach Waldeck und von dort nach Süden bis zum bereits bestehenden Nationalpark Kellerwald-Edersee. Affolderner See, Banfe- und Aselbucht sind Teil der Gebietskulisse, die ansonsten fast ausschließlich aus Waldflächen besteht. „Uns war von Anfang an wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger der Region, insbesondere der beteiligten Gemeinden Edertal, Vöhl und Waldeck in den Prozess mit eingebunden werden. Deshalb haben wir in den letzten Monaten verschiedene Informations- und Dialogveranstaltungen durchgeführt und eine Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der Region, aus dem Naturschutz, Tourismus und der Landwirtschaft und den größeren Eigentümern gebildet. Der so gemeinsam erarbeitete Entwurf der neuen Nationalparkverordnung bildet eine sehr gute Grundlage für die Erweiterung des Nationalparks“, erklärte die Ministerin. Der Entwurf wurde auch mit dem Nationalparkbeirat abgestimmt. Im nächsten Schritt werden die Gemeinden und Verbände in einem Beteiligungsverfahren formal Stellung zu dem Entwurf nehmen können.

Bei der Erweiterung des Nationalparks wird in besonderem Maße auf den Tourismus Rücksicht genommen. Die Wasserfläche wird weiterhin nutzbar sein und der Rundwanderweg „Urwaldsteig“ wird nach der Erweiterung fast vollständig durch den Nationalpark verlaufen. Als letzte der direkt am Edersee gelegenen Städte wird Waldeck in die Familie der Nationalparkgemeinden aufgenommen.

Landrat Dr. Reinhardt Kubat betonte: „Die Nationalparkerweiterung ist für die gesamte Edersee-Region eine große Chance und Bereicherung. Der gemeinsam gestaltete Prozess hat dies immer weiter verdeutlicht.“

Klaus Gier, Bürgermeister der Stadt Edertal, bekräftigte: „Als Nationalparkgemeinde sind wir mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden. Die Interessen der Anliegergemeinden und ihrer Bürgerinnen und Bürger wurden von allen Beteiligten ernst genommen und im Arbeitsprozess berücksichtigt.“

Jürgen Vollbracht, Bürgermeister von Waldeck ergänzte: „Die Stadt Waldeck hat außergewöhnliche Wälder und Ökosysteme, die künftig mit dem Prädikat Nationalpark gewürdigt werden sollen. Das wird auch die touristische Anziehungskraft unserer Stadt erhöhen.“

Hintergrund
Die Landesregierung hat mit der Koalitionsvereinbarung die Absicht erklärt, den Nationalpark Kellerwald-Edersee im Einvernehmen mit der Region zu erweitern. Hierzu unterschrieben Staatsministerin Priska Hinz (Hessisches Umweltministerium), Landrat Dr. Reinhard Kubat (Landkreis Waldeck-Frankenberg), Bürgermeister Klaus Gier (Edertal), Bürgermeister Matthias Stappert (Vöhl) und Bürgermeister Jürgen Vollbracht (Waldeck) am 5. April ein gemeinsames Memorandum of Understanding, das den Auftakt für einen Arbeits- und Beteiligungsprozess zur Nationalparkerweiterung gab. Es wurde eine Arbeitsgruppe Nationalparkerweiterung gebildet, die den Auftrag hatte, Entwürfe für Nationalparkverordnung und Gebietskulisse zu erarbeiten. Ziel ist es, die Erweiterung des Nationalparks bis zur Jahresmitte 2020 abzuschließen.

© Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz