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Ausbildungsmarkt im Landkreis Limburg-Weilburg: 675 Jugendliche finden Ausbildungsplatz

. Arbeitsagentur bilanziert Ausbildungsmarkt 2020/2021 in Limburg-Weilburg . Zahl der Ausbildungssuchenden ist in sieben Jahren um ein Viertel geschrumpft . 675 Jugendliche finden einen betrieblichen Ausbildungsplatz

Die Agentur für Arbeit hat jetzt für den Landkreis Limburg-Weilburg eine Bilanz für das Ausbildungsjahr 2020/2021 gezogen. "Die Corona-Pandemie hat auch in diesem Jahr Einfluss auf den Ausbildungsmarkt genommen. Dennoch haben sich viele Jugendliche ihren Ausbildungswunsch erfüllen können", skizzierte die Vorsitzende der Geschäftsführung, Angelika Berbuir, die Entwicklung des Ausbildungsmarktes von Oktober 2020 bis 30. September 2021. Insbesondere die Lockdowns und Kontaktbeschränkungen von Oktober bis ins neue Jahr hätten die Auswahlprozesse erschwert und Praktika zur Berufsfindung zum Teil unmöglich gemacht. "In Anbetracht der schwierigen Umstände und im Vergleich zum Hessentrend können wir mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein", resümierte Berbuir.

Zahl der Ausbildungssuchenden ist in sieben Jahren um ein Viertel zurückgegangen Bei den Ausbildungsplatzbewerbern habe der Rückgang in diesem Jahr nochmals gebremst werden können. 1.490 Jugendliche suchten im genannten Zeitraum mit Hilfe der Limburger Arbeitsagentur einen Ausbildungsplatz. Das waren 55 Jugendliche oder 3,6 Prozent weniger, als ein Jahr zuvor. "Auf den ersten Blick erscheint die Bilanz in unserem Landkreis verglichen mit anderen Regionen recht positiv", berichtete die Agenturchefin. Betrachte man allerdings die Entwicklung der letzten sieben Jahre, stünden den Betrieben im aktuellen Berichtsjahr 532 Ausbildungsplatzbewerber weniger zur Verfügung, als noch im Jahr 2014. Der Bewerberrückgang betrage somit 26,3 Prozent. Eine wesentliche Ursache für den kontinuierlichen Rückgang sei neben dem demografischen Wandel auch das geänderte Bildungsverhalten der jungen Leute, die vermehrt das Abitur anstreben. Dabei erlange man in Hessen auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung für viele Studienfächer die Studienberechtigung und könne dann später neben dem abgeschlossenen Studium auch eine Berufsausbildung vorweisen, gab die Leiterin der Arbeitsagentur zu bedenken. In diesem Jahr seien zudem viele Jugendliche durch die Corona-Lage verunsichert gewesen und hätten sich deshalb sehr frühzeitig für einen weiteren Schulbesuch entschieden.

Deutlich höher als im Vorjahr war das Angebot an Lehrstellen. 1.145 Ausbildungsstellen meldeten die heimischen Betriebe und Verwaltungen der Arbeitsagentur zur Besetzung, hinzu kamen weitere 37 außerbetriebliche Ausbildungsplätze, die Arbeitsagentur und Jobcenter zur Verfügung stellten. Dies waren zusammengenommen 88 Ausbildungskapazitäten mehr als im Ausbildungsjahr zuvor (+8,0 Prozent). "Die heimischen Unternehmen haben sich trotz der Corona-Einschränkungen wieder sehr stark in der Ausbildung engagiert. Die Erfahrung aus dem Vorjahr zeigte, dass man Wissenstransfer und praktische Ausbildung trotz Corona gestalten kann", sagte Berbuir weiter.

675 Jugendliche schließen einen Ausbildungsvertrag Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen seien in diesem Berichtsjahr mit Hilfe der Arbeitsagentur 675 Ausbildungsverhältnisse abgeschlossen worden, sagte Berbuir - 63 weniger als im letzten Ausbildungsjahr (-8,5 Prozent). Es sei aufgefallen, dass sich die ausbildungsbereiten Unternehmen in Anbetracht der veränderten Vorzeichen zunehmend flexibler zeigten, wenn es um die Nachwuchsgewinnung gehe, so die Leiterin der Arbeitsagentur weiter. Für Bewerber aus der zweiten Reihe gebe es in Form der Assistierten Ausbildung Unterstützung seitens der Arbeitsagentur und des Jobcenters. Auf Platz 1 der Wunschberufe der Jugendlichen aus dem Kreisgebiet stand die/der Kauffrau/mann im Einzelhandel, gefolgt von Kaufleuten - Büromanagement, Verkäufer/innen und Industriekaufleuten.

Zum Berichtsjahresende gab es noch zehn freie Lehrstellen
503 Ausbildungsplatzsuchende entschieden sich in diesem Jahr mangels Ausbildungsvertrag für eine Alternative, wie beispielsweise eine weiterführende Schule, ein Studium, einen sozialen Dienst oder eine Fördermaßnahme. 234 Bewerber meldeten sich im laufenden Jahr bei der Berufsberatung ab, ohne Gründe dafür mitzuteilen. 78 Ausbildungssuchende blieben zum Stichtag Ende September unversorgt. Dem standen zum Berichtsjahresende zehn unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Etliche Betriebe zogen gegen Ende des Ausbildungsjahres angesichts der nur noch wenigen Ausbildungssuchenden ihren Vermittlungsauftrag zurück und verschoben die Bewerbersuche ins neue Ausbildungsjahr. Entsprechend gut sei derzeit die Auftragslage im Arbeitgeberservice, Die Agenturchefin rief die Schulabsolventen des nächsten Jahres auf, sich bereits jetzt ausbildungssuchend zu melden. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar