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Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) können Ausbildungsabbrüche verhindern

Ein Rezept gegen Fachkräftemangel

. Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) können Ausbildungsabbrüche verhindern . Luca Weber und Wael Yazbek sichern durch die Teilnahme ihren Ausbildungserfolg . Es gibt noch freie Plätze für den kostenlosen Stützunterricht

In diesen Tagen erhalten viele Auszubildende die Ergebnisse der Zwischenprüfungen.

Spätestens dann stellt sich die Frage, ob das Ausbildungsziel noch erreicht werden kann. "Nicht wenige Jugendliche brechen in dieser Situation ihre Ausbildung ab", sagt Ralf Fischer, Sprecher der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar. Jeder fünfte Auszubildende beende vorzeitig seine Lehre. Nur die Hälfte der Abbrecher stelle sich einem zweiten Versuch. "Damit die Ausbildung doch noch erfolgreich abgeschlossen werden kann, bieten die Agentur für Arbeit und das Jobcenter "ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)", berichtet Fischer weiter. Diese helfen Jugendlichen dabei, den praktischen und theoretischen Lernstoff zu bewältigen und stabilisieren so das Ausbildungsverhältnis.

Von abH profitieren auch Luca Weber und Wael Yazbek, die beim Limburger Unternehmen Thomas Nutzfahrzeuge GmbH die Ausbildung zu Kfz-Mechatronikern absolvieren. Luca begann unmittelbar nach seinem Hauptschulabschluss als 15jähriger die Lehre. Bereits im ersten Ausbildungsjahr merkte er, dass das Verständnis für Elektronik und technische Baugruppen noch nicht hinreichend ausgeprägt waren. Sein Chef, Stefan Nowak, zögerte nicht und schlug ihm die Teilnahme an abH vor. Als Mitglied im Prüfungsausschuss der Innung hatte der Geschäftsführer bereits gute Erfahrungen mit abH-Teilnehmern gemacht. Nicht zuletzt durch den Stützunterricht bestand der begeisterte Kart-Fahrer, der inzwischen von Merenberg nach Pleckhausen verzogen ist, die Zwischenprüfung. "Ich gehe davon aus, dass er seine Abschlussprüfung im kommenden Jahr erfolgreich ablegt und Mitarbeiter in unserem Team bleibt", blickt Nowak in die Zukunft.

Sehr gute Prognosen hat auch Wael. Der junge Syrer flüchtete 2015 ohne Familie nach Deutschland und legte als Externer den Hauptschulabschluss ab. Ein Lehrer erkannte sein Talent für den Beruf und stellte einen Kontakt zu Nowak her. Nach einem kurzen Praktikum erhielt er im letzten Jahr einen Ausbildungsvertrag. Damit sich die Sprachkenntnisse nicht als Hürde erweisen, schlug sein Vermittler beim Jobcenter Limburg-Weilburg die abH-Teilnahme vor. Dies gibt Wael die Möglichkeit, nach der Berufsschule den Lernstoff mit seinem abH-Coach noch einmal nachzuarbeiten, was inzwischen auch zu hervorragenden Berufsschulnoten führt. "Er ist mit Herz und Seele dabei", lobt ihn sein Chef, der sich wünschen würde, dass viele andere mit der gleichen Einstellung die Ausbildung durchlaufen.

Bernd Kramm vom Bildungswerk der hessischen Wirtschaft bestätigt das Potenzial des 22jährigen, der perspektivisch auch den Meisterabschluss erreichen könne. Der Bildungsträger führt die abH im Auftrag der Arbeitsagentur und des Jobcenters durch. Im Falle der beiden Kfz-Mechaniker helfen nach Kramms Angaben ein Diplomingenieur aus dem Kfz-Wesen sowie ein Kfz-Techniker, die Defizite aufzuarbeiten. Aber auch in anderen Berufen stehen Stützlehrer zur Verfügung, die in kleinen Gruppen oder im Einzeltraining bei Lernschwierigkeiten, Prüfungsangst oder schlechten Noten, unterstützend eingreifen. Die Trainer kommen meist aus der Wirtschaft und stellen sich auf die individuellen Problemlagen und Lerngewohnheiten der Jugendlichen ein. Die Kosten trägt die Arbeitsagentur oder das Jobcenter. "Andere geben viel Geld für ihre Hobbys aus, Luca und ich haben unseres jeden Tag auf der Arbeit", strahlt Wael, der inzwischen in Limburg seine Heimat gefunden hat. Sein Chef möchte gerne beide Azubis nach der Ausbildung übernehmen und so dem Fachkräftemangel trotzen.

Der Agentursprecher weist darauf hin, dass noch freie abH-Plätze zur Verfügung stehen. Der Einstieg sei jederzeit möglich. Interessierte Auszubildende können sich unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar