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„Akzeptanzarbeit für LSBT*IQ-Jugendliche und junge Erwachsene stärken und Vorurteile abbauen“: 48.930 Euro Landesmittel für SCHLAU-Projekte

48.930 Euro Landesmittel für SCHLAU-Projekte

Staatssekretär Kai Klose überreicht Förderbescheid: „Akzeptanzarbeit für LSBT*IQ-Jugendliche und junge Erwachsene stärken und Vorurteile abbauen“

Wiesbaden. Mit knapp 50.000 Euro unterstützt das Land Hessen im laufenden Jahr die SCHLAU-Projekte. Staatssekretär Kai Klose, Bevollmächtigter für Integration und Antidiskriminierung, hat heute das Koordinationsteam der hessischen SCHLAU-Projekte im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration empfangen und einen entsprechenden Förderbescheid überreicht. „Die SCHLAU-Projekte leisten wichtige Akzeptanz- und Antidiskriminierungsarbeit im Bereich sexuelle Identität und geschlechtliche Vielfalt in Schulen und Jugendgruppen hessenweit. Sie tragen dazu bei, dass junge Menschen sich frei entfalten können und einander respektvoll und anerkennend begegnen“, betont Klose bei dem Treffen in Wiesbaden.

Auf Grundlage der vorhandenen Forschung ist davon auszugehen, dass statistisch gesehen in jeder Klasse ein bis zwei Jugendliche lesbisch, schwul, bisexuell, trans*-, intergeschlechtlich oder queer sind (kurz: LSBT*IQ). Das Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU Hessen führt regelmäßig Workshops durch, in denen Diskriminierung und Vorurteile gegenüber Nicht-Heterosexuellen kritisch reflektiert und nachhaltig abgebaut werden.

Staatssekretär Klose fährt fort: „Ein Coming Out ist nach wie vor in vielen Fällen ein einschneidendes Lebensereignis. Stets geht auch die Angst vor Ablehnung einher. Freundschaften oder Familienbeziehungen zu verlieren, zu gefährden oder auch Nachteile in der Schule oder im Sportverein zu erfahren, sind eine leider reale Bedrohung. Diese Angst kann genommen werden, wenn junge Menschen sicher sein können, in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld auf Akzeptanz zu treffen – gleich ob sie sich in einen Menschen des anderen oder des gleichen Geschlechts verlieben. Der Schule als wichtigem Lebens- und Schutzraum kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Hier setzt SCHLAU an.“

Im Mai 2017 hat das Kabinett den Hessischen Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt beschlossen. Die beiden darin enthaltenen Handlungsfelder „Kinder, Jugend, Familie“ und „Schule, außerschulische Bildung, Fort- und Weiterbildung, Hochschule, Studium“ zielen insbesondere darauf ab, junge Menschen und ihr Umfeld zu stärken und Akzeptanz zu fördern. "SCHLAU Hessen leistet wichtige Pionierarbeit. Die Ehrenamtlichen geben in Schulklassen und Jugendgruppen Gelegenheit, Fragen - auch anonym - zu stellen und stehen Rede und Antwort. Damit gelingt es Ihnen vorbildlich, bestehendes Unwissen sowie Ängste abzubauen und gegenseitigen Respekt zu fördern. Ich freue mich sehr darüber, dass wir als Landesregierung dieses wertvolle Projekt nun schon seit 2015 fördern und unsere Zusammenarbeit jetzt ins vierte Jahr startet. Ich wünsche auch für dieses Jahr viele erfolgreiche Veranstaltungen und danke Ihnen sehr für Ihren wichtigen Beitrag zu einem akzeptierenden, respektvollen und wertschätzenden Miteinander in Hessen", erklärte Staatssekretär Klose abschließend.

Hintergrund:

SCHLAU Hessen ist ein Netzwerk von fünf ehrenamtlichen Antidiskriminierungsprojekten (Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden, Kassel, Marburg-Gießen), die an hessischen Schulen und Bildungsinstitutionen zu geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen arbeiten. In Workshops mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen sprechen junge Teamerinnen und Teamer autobiografisch über ihr Coming-Out, persönliche Diskriminierungserfahrungen sowie eigene Lebenswirklichkeiten. Teilnehmenden wird die Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen und über Vorurteile, Unwissenheiten und Vorbehalte zu reden. Begriffe und Konzepte werden einführend mittels pädagogischer Methoden geklärt.

Der Hessische Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt: In diesem Jahr stehen 550.000 Euro aus Landesmitteln für Projekte zur Stärkung von Akzeptanz und Vielfalt in Hessen im Rahmen des Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt zur Verfügung. Ziel ist es, Vorhaben zu fördern, die für die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Personen werben, die freie Entfaltung der Persönlichkeit fördern und sich für ein offenes und diskriminierungsfreies Leben aller Menschen in Hessen einsetzen. Der Aktionsplan wurde gemeinsam mit den Selbstvertretungsorganisationen erarbeitet, im Mai 2017 vom Hessischen Kabinett beschlossen und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt. Er kann unter diesem Link abgerufen werden:

https://soziales.hessen.de/integration/antidiskriminierungsstelle-hessen/herzlich-willkommen-bei-der-hessischen

© Hessisches Ministerium für Soziales und Integration