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Änderungen bei der ICE-Verbindung Frankfurt – Limburg im Winterfahrplan 2019 / 2020 ab 15.12.2019

OFFENER BRIEF von Marion Schardt-Sauer: 

"Änderungen bei der ICE-Verbindung Frankfurt – Limburg im Winterfahrplan 2019 / 2020 ab 15.12.2019

Hier: Wegfall des Halts in Limburg auf der ICE-Schnellfahrstrecke Frankfurt - Limburg werktags zwischen 16.00 und 17.00 Uhr
Ersatzloses Streichen des Halts des ICE 12 mit dem ICE 122 um 17.00 Uhr in Limburg


Sehr geehrter Her Staatsminister Al-Wazir,
der Landkreis Limburg – Weilburg mit seinen ca. 171.000 Einwohnern ist eine ländlich strukturierte Region, deren Wirtschaftskraft durch das verarbeitende Gewerbe, Handwerk, mittelständisch geprägte Industrieunternehmen, Handel und Tourismus geprägt ist wie auch durch eine bisher ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur. Als eine Wirtschaftsregion, in der fast jeder 2. Arbeitnehmer über den Kreis hinaus pendelt und hier insbesondere in den Großaum Frankfurt, sind gute Verkehrswege und optimal getaktete Verkehrsverbindungen und -anbindungen das A und O jeder Arbeits- und Standortpolitik. Diese gute Verkehrsinfrastruktur wurde mit der Anbindung Limburgs im Jahre 2003 an das ICE-Netz komplettiert und von vielen Arbeitnehmern und Geschäftsleuten als ein Meilenstein für die wirtschaftliche Weiterentwicklung und Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet gesehen. Mit einer Arbeitslosenquote von 3.7 % per Ende Oktober 2019 spiegelt dieser Wert das erfolgreiche Bemühen von Wirtschaft und Politik wider, Arbeitsplätze, Unternehmen und Logistikunternehmen zielorientiert zusammen zu führen. Insofern bauen alle Beteiligten auf sichere und zuverlässige Anbindungen gerade im ICE-Bereich und erwarten, dass Zusagen eingehalten werden.
Seit der Eröffnung der ICE-Schnellfahrstrecke im Jahre 2003 gab es in Limburg-Süd werktags stündlich mindestens einen Halt in jede Richtung. Auch wenn in den letzten Jahren der eine oder andere Halt gestrichen und dem nachfragenden Verkehrsverhalten angepasst wurde, so war doch der Fahrplan für die Hauptverkehrszeiten stets eine feste Größe, mit der alle Beteiligten leben konnten. Gerade die Diskussionen und Erwartungen der Bevölkerung an die Landespolitik im Rahmen der Umwelt¬politik und des Förderns des öffentlichen Verkehrswesen und Umsteigens vom privaten PKW auf Bahn und ICE machen die Menschen sprachlos, dass plötzlich ICE-Streckenhalte gestrichen werden und damit die Glaubwürdigkeit von Bundesbahn und Verkehrspolitik in Frage stellen. Auf der einen Seite sollen die Pendler vom Auto auf die Bahnmöglichkeiten umsteigen und auf der anderen Seite reduziert die Bahn AG wie hier in Limburg Ein- und Aussteigemöglichkeiten. Das Verhalten der Bahn AG macht die Betroffenen sprachlos und den einen oder anderen wütend, geht es doch hier bei der Fahrplanänderung um die sichere Zugverbindung vom und zum Arbeitsplatz in einer Arbeitswelt, die von Flexibilität und Termintreue gezeichnet ist und um Arbeitnehmer, die weite Fahrtstrecken in Kauf nehmen, um das Einkommen für ihr Leben und das ihrer Familie zu verdienen und zu sichern.

Als von den Bürgern meines Wahlkreises gewähltes Mitglied des Hessischen Landtags werde ich seit Tagen auf diesen Sachverhalt angesprochen und ich kann die Bürger, die Pendler sind und eine Planungssicherheit für ihre Wege zur und von der Arbeit benötigen, verstehen. Diese Planungs-sicherheit mit Halten in Limburg – festgehalten im Planfeststellungsbeschluss – ist jetzt in Gefahr. Die Folgen dieses Verhaltens der Bahn AG betreffen aber auch die Planungen des Landes, Wohnraum entlang der Schienen und des ÖPNV zu errichten, um Wohnen und Arbeiten verkehrsmäßig umweltfreund¬licher zu gestalten und die Arbeitnehmer vom Umstieg Auto zum ÖPNV zu motivieren. Die Landespolitik setzt auf die Bahn, die Pendler setzen auf die Bahn, nur die Bahn AG widersetzt sich mit ihrem Verhalten, öffentliche Verkehrsmittel attraktiver zu gestalten. Das kann niemanden ruhig lassen.
Daher, sehr geehrter Herr Al-Wazir, bitte ich Sie dringend, in dieser Angelegenheit unverzüglich bei dem Bundesminister für den Verkehr, Herrn Andreas Scheuer, vorstellig zu werden mit dem Ziel, die Einschränkungen der Halte in Limburg rückgängig zu machen, damit die Bahn wieder als zuverlässiges Verkehrsmittel wahrgenommen wird. Als mögliche Lösung der oben geschilderten Situation könnte z. B. der ICE 826 oder ICE 626, der um 16.10 Uhr in Frankfurt a. M. starten soll, nicht erst in Montabaur, sondern vorher auch schon in Limburg Süd halten. Für einen langen Zeitraum bis zum Fahrplan¬wechsel im Winter 2018 war dies bereits bewährte Praxis.
Aufgrund der Wichtigkeit für die Pendler der Region Limburg – Weilburg bitte ich Sie, in dieser Angelegenheit mit Herrn Verkehrsminister Andreas Scheuer, kurzfristig in Kontakt zu treten, um die Änderung im Fahrplan der Bahn AG rückgängig zu machen. Es geht um die Menschen unserer Region, es geht aber auch um Arbeitsplätze und das Vertrauen der Menschen und der Unternehmen und Arbeitgeber in die Deutsche Bahn.
Mit freundlichen Grüßen

Marion Schardt-Sauer MdL"  © Marion Schardt-Sauer