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4900 Anträge auf Anerkennung einer ausländischen Berufsqualifikation im Jahr 2017 — Frauen stellen 59 Prozent der Anträge (189/2018)

89 Prozent der abgeschlossenen Verfahren führten zur Anerkennung
Drei Viertel der Berufsqualifikationen in einem europäischen Land erworben
Anerkennung in der Gesundheits- und Krankenpflege wird am häufigsten angestrebt

Im Jahr 2017 wurden in Hessen 4869 Anträge auf Anerkennung einer im Ausland erworbenen Berufsqualifikation bearbeitet, das war ein Anstieg der Zahl der Anträge von 8 Prozent oder 368. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, wurden 2880 und damit 59 Prozent der Anträge von Frauen gestellt. Die meisten Antragstellerinnen und Antragsteller (1495) strebten eine Anerkennung als Gesundheits- und Krankenpflegekraft an. Weiterhin wurden 515 Anträge auf Anerkennung als Lehrerin oder Lehrer sowie 409 als Ärztin oder Arzt gestellt. Auf Rang 4 folgten die Anerkennungsverfahren zur Ingenieurin oder zum Ingenieur (356), gefolgt von Verfahren zur Anerkennung als Fachkraft „Betreuung“ (298).

3631 oder 75 Prozent der Antragstellenden erwarben ihre Berufsqualifikation in Europa, darunter 43 Prozent in der EU (1579 Anträge). 877 Antragstellende absolvierten ihre Ausbildung in Asien, 178 in Afrika, 174 in Amerika und 9 in Australien bzw. unbekannt. Bei den Ausbildungsstaaten lagen die südosteuropäischen Länder Serbien und Bosnien-Herzegowina mit 791 bzw. 632 Antragstellenden vorn. Auf Rang 3 folgte mit Syrien das stärkste Asylzugangsland der letzten Jahre mit 417 Anträgen. Weiterhin hatten 354 bzw. 293 Antragstellende ihre Berufsqualifikation in den osteuropäischen EU-Staaten Polen und Rumänien erworben.

Von den 4869 Verfahren auf Anerkennung konnten bis zum 31. Dezember 2017 insgesamt 2833 und damit 58 Prozent abgeschlossen werden. 2518 oder 89 Prozent dieser Verfahren wurden positiv beschieden. Bei 315 Verfahren oder 11 Prozent konnte eine Gleichwertigkeit der im Ausland erworbenen Berufsqualifikation nicht ausreichend nachgewiesen werden. Für 1891 Anträge lag zum Stichtag noch keine Entscheidung vor; weitere 145 Anträge wurden während der Bearbeitungszeit von den Antragstellerinnen und Antragstellern zurückgezogen.

Zwischen 2012 und 2017 wurde die Gleichwertigkeit der im Ausland erworbenen Berufsqualifikation mit einem deutschen Referenzberuf bei insgesamt 13 000 Frauen und Männern in Hessen anerkannt.

Hinweise

Die Meldungen an die Statistik erfolgen über die für Anerkennungsverfahren zuständigen Stellen (z. B. Kammern und Regierungspräsidien). Die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen ist in verschiedenen Gesetzen geregelt. Das Anerkennungsgesetz des Bundes trat zum 1. April 2012 in Kraft und regelt die Anerkennung für die bundesrechtlich geregelten Berufe. Dazu zählen u. a. ein großer Teil der medizinischen Berufe sowie Ausbildungsberufe aus den Bereichen „Industrie“, „Handel“ und „Handwerk“. Weiterhin sind für viele Berufe in Deutschland die Bundesländer selbst zuständig und haben dafür eigene Regelungen erlassen. Somit sind die Bundesländer auch für die Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen mit den entsprechenden Qualifikationen der Referenzberufe in den Bundesländern zuständig. Geregelt wird dies durch die jeweiligen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetze der Länder. In Hessen wurde 2012 mit dem Hessischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (HBQFG) die gesetzliche Grundlage für die allgemeine Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen für die landesrechtlich geregelten Berufe geschaffen. Zu diesen Berufen gehören beispielsweise Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Fachärztinnen und Fachärzte. Mit 1551 erfolgte knapp ein Drittel der Anerkennungsverfahren 2017 in Hessen für landesrechtlich geregelte Berufe.

Die Anerkennungsgesetze sind wichtige Bausteine zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Sie erleichtern es Fachkräften aus dem Ausland, ihre berufliche Qualifikation auf dem deutschen Arbeitsmarkt einzusetzen und sie fördern die Integration von Migrantinnen und Migranten in die Arbeitswelt.  © HSL