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Tanja von Nessen ist eine von 120 Beschäftigten im Regierungspräsidium Gießen, die freiwillig ihre Kollegen in Kassel dabei unterstützen, die Soforthilfe-Anträge so schnell wie möglich abzuarbeiten. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich informiert sich bei ihr im Home-Office über die Arbeit unter Zeitdruck.

RP Ullrich: "Für ganz viele Menschen in Hessen ist es sehr wichtig, dass wir so schnell wie möglich ihre Anträge abarbeiten"

Corona-Soforthilfe: 120 Beschäftigte im Regierungspräsidium Gießen unterstützen ihre Kollegen im RP Kassel - Eine von ihnen ist Tanja von Nessen

Gießen. Die Corona-Krise und die damit verbundenen Schließungen stellen eine existenzielle Gefahr für viele Geschäfte und Unternehmen dar. Eine Soforthilfe kann seit 30. März beantragt werden. Dadurch können - je nach Beschäftigtenzahl entweder 10.000, 20.000 oder 30.000 Euro die finanzielle Not lindern. Fast 90.000 sind bislang eingegangen und es werden täglich mehr. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen hat das Regierungspräsidium Kassel beauftragt, die Anträge so schnell wie möglich abzuarbeiten. Zeit spielt hier eine zentrale Rolle. 120 Beschäftigte vom Regierungspräsidium Gießen haben sich bereit erklärt, die Kollegen in Nordhessen zu unterstützen. Eine von ihnen ist Tanja von Nessen. Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich hat sie im Home-Office in Gießen besucht und sich darüber informiert, was das konkret bedeutet - mit Mindestabstand versteht sich.

"Für ganz viele Menschen in Hessen ist es sehr wichtig, dass wir so schnell wie möglich ihre Anträge abarbeiten", sagt der RP Ullrich. Stellvertretend für alle anderen lobt er die Bereitschaft Tanja von Nessens, sich freiwillig zu engagieren. "Hier gibt es die Möglichkeit, die Ärmel hochzukrempeln und in der Krise mit anzupacken und die Menschen da zu unterstützen, wo wir es eben mit unseren Möglichkeiten am besten können", sagt sie an ihrem Notebook in dem Raum, der seit ein paar Wochen ihr Büro ist. "Auch für meine normale Arbeit brauche ich oft nicht mehr als einen Computer und ein Telefon, von daher war es leicht, bei den Soforthilfe-Anträgen einzusteigen."

Normalerweise ist sie bei dem RP Gießen die geschäftsleitende Bürobeamtin für die Umwelt-Abteilung an der Marburger Straße Ecke Friedhofsallee. In dem siebenstöckigen Gebäude genehmigen rund 220 Beschäftigte Windkraftanlagen, haben die mittelhessische Wasserqualität im Blick oder überwachen hessenweit Gentechnikanlagen. Sie ist die rechte Hand von Abteilungsleiterin Karin Ohm-Winter und sorgt dafür, dass alle im Haus das haben, um vernünftig arbeiten zu können - vom Fuhrpark über die Gebäudebewirtschaftung bis zur allgemeinen Organisation der Abteilung. "Mein Job ist es, Wege im Alltag zu ebnen."

Tanja von Nessen weiß, dass sie sich mitten in einem der dramatischsten Momente der Bundesrepublik befindet, von der noch niemand weiß, wie dieses Kapitel in den künftigen Geschichtsbüchern enden wird. Ihre Konzentration fokussiert sich von einem Antrag zum nächsten - mit schnellem Blick. "Wir bearbeiten die Anträge komplett von Anfang bis Ende", berichtet sie. Tempo spielt dabei eine Rolle. Die Dauer pro Antrag beträgt "zwischen zehn Minuten bis zweimal nachfragen", dann wenn Unklarheiten im Antrag auftauchen. Die Branchen wiederholen sich häufig: "Friseure, Gastronome, Physiotherapeuten oder auch Fitnessstudios sind dabei." Hinter jedem einzelnen Antrag steckt eine wirtschaftliche Existenz, die heftige Umsatzeinbrüche irgendwie aushalten muss. "Das allererste Ziel ist es, die Anträge so schnell wie möglich abzuarbeiten", sagt die temperamentvolle Gießenerin, die selten nicht lächelt, in diesem Moment aber schon.

Was macht sie ansonsten derzeit, wenn sie keine Soforthilfe-Anträge abarbeitet? Heute hatte sie Telefonkonferenzen, auch um den Kontakt in die Abteilung zu behalten. Die dauerten fast zwei Stunden. Das ist eher ungewöhnlich: "Die Anträge bestimmen einfach den Alltag." Dazu ist sie Teamleiterin von zehn Kolleginnen und Kollegen. "Deshalb koordiniere ich auch neben der Bearbeitung der Soforthilfe-Anträge." Wege ebnen, das bleibt auch in der Corona-Krise ihr Job.

Mit der Corona-Soforthilfe geben Bund und Länder so unbürokratisch wie möglich finanzielle Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Freiberufler und Kleinunternehmer mit maximal fünf Beschäftigten bis zu Unternehmern, die 50 Menschen beschäftigen, können einmalig und rückzahlungsfrei 10.000, 20.000 oder 30.000 Euro erhalten. Anträge können noch bis zum 31. Mai täglich zwischen sechs und 24 Uhr beim Regierungspräsidium Kassel online eingereicht werden. Dieses ist mit der Umsetzung beauftragt worden, weil es über viel Erfahrung mit landesweiten Förderprogrammen für große Antragsmengen verfügt. Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Kassel zu finden unter: https://rp-kassel.hessen.de/corona-soforthilfe.

Das Regierungspräsidium Gießen (RP) ist die übergreifende Behörde für den 101 Kommunen umfassenden Regierungsbezirk Mittelhessen. Dieser besteht aus den Landkreisen Limburg-Weilburg, Lahn-Dill, Gießen, Marburg-Biedenkopf und Vogelsberg. In der von Forschung, Hochschulen, optischer und feinmechanischer Industrie sowie Medizintechnik geprägten Region leben gut eine Million Menschen auf circa 5.500 Quadratkilometern. In sieben Abteilungen nehmen rund 1.300 Beschäftigte aus über 60 Berufen die Zuständigkeiten fast aller Ressorts der Landesverwaltung wahr. Diese befinden sich im Hauptsitz am Landgraf-Philipp-Platz, in drei weiteren Liegenschaften in Gießen sowie weiteren in Wetzlar, Hadamar, Kassel und sogar am Frankfurter Flughafen. Unsere Themen reichen von A wie Abfall und Arbeitsschutz über Bergbau, Landwirtschaft, Naturschutz, oberirdisches Gewässer oder Verbraucherschutz bis Z wie Zuwanderung. Wir sorgen dafür, die Region Mittelhessen nachhaltig weiterzuentwickeln. Dafür stimmen wir die Interessen und Belange beteiligter Behörden, Institutionen, der Wirtschaft und der Bürgerinnen und Bürger miteinander ab und führen diese zusammen. In verschiedenen Bereichen übernimmt das RP hessenweite Zuständigkeiten: Dazu gehört unter anderem die Heim- und Pflegeaufsicht, Elterngeld, Schwerbehindertenrecht, Erstaufnahme von Flüchtlingen, Luftrettung oder auch die Genehmigung und Überwachung gentechnischer Anlagen sowie nachgeordnet die sechs Hessischen Ämter für Versorgung und Soziales. Seit 2015 steht Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich an der Spitze der Behörde. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite www.rp-giessen.hessen.de. © RP-Gießen