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18. Rettungsdienstsymposium in Hohenrode/Hessischer Verdienstorden am Bande

Gesundheitsminister Stefan Grüttner: „Manfred Stein ist Vorbild für den Rettungsdienst hessenweit - Medizinische Notfallversorgung in Hessen ist vorbildlich“

Wiesbaden/Hohenrode. „Der Rettungsdienst in Hessen behauptet bundesweit seit vielen Jahren eine Spitzenposition. Innerhalb von zehn Minuten nach Eingang der Notfallmeldung erreicht in der Regel ein Rettungswagen oder ein Notarzteinsatzfahrzeug jeden an einer Straße gelegenen Notfallort. Auf diese Spitzenstellung unter den Bundesländern sind wir stolz“ sagte Gesundheitsminister Stefan Grüttner heute beim 18. Rettungsdienstsymposium des DRK-Landesverbandes Hessen in Hohenroda. Das Symposium steht in diesem Jahr unter dem Motto: Rettungsdienst! – Zukunft wird aus Ideen gemacht!“. Auf dem Symposium wurde Herrn Manfred Stein der Hessische Verdienstorden am Bande verliehen, der seit 1964 die Geschicke des DRK „maßgeblich mitprägte.“ Grüttner erklärte: „Ich freue mich über diese Ehre für Manfred Stein, die hoch verdient ist. Ich durfte vielfach mit ihm zusammenarbeiten und danke ihm für erstklassige Arbeit und seine menschliche Art. Er hat die DRK-Bereitschaft zu einer leistungsfähigen Einheit ausgebaut, war ehrenamtlich immer aktiv und hat bis zuletzt auch gemeinsam mit uns dafür gekämpft, dass Rettungsdienste nicht bei ihrer Arbeit durch „Gaffen“ oder das Nichtbilden einer Rettungsgasse behindert werden dürfen. Hier dürfen wir alle gemeinsam nicht nachlassen. Manfred Stein ist ein großes Vorbild für den Hessischen Rettungsdienst.“

„Wir sind hier in Hessen schon sehr gut aufgestellt“, erklärte der Gesundheitsminister, „stehen aber, wie alle anderen Bundesländer, vor der Herausforderung, den Rettungsdienst weiter verändern und zukunftsfest machen zu müssen.“ Auch infolge der demographischen Entwicklung steigen bundesweit die Einsatzzahlen und es brauche innovative Ideen und Impulse, um auch künftig diese große Zahl an Einsätzen auf gleichbleibend hohem Niveau an Qualität durchführen zu können.

„Der Rettungsdienst hat sich längst vom Transportmittel hin zu einem tragenden präklinischen Element entwickelt, das in der schnellen und hochwertigen medizinischen Versorgung der Patienten eine tragende Rolle einnimmt“, betonte Grüttner. Hessen habe dies bei der Überarbeitung des Hessischen Rettungsdienstgesetzes bereits berücksichtigt. Mit der gefassten Formulierung haben die Trägern des Rettungsdienstes die Möglichkeit, bei der Vergabe der rettungsdienstlichen Leistungen jene Organisationen bevorzugt zu beauftragen, die sich bereits umfassend im Zivil- und Katastrophenschutz in Hessen einbringen, auch bei großen Schadenslagen handlungsfähig bleiben zu können.

Mit den sich veränderten Anforderungen im Rettungsdienst einher ging auch die zeitgemäße Weiterentwicklung der Ausbildung. Seit Inkrafttreten des Bundesgesetzes über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters, kurz Notfallsanitätergesetz, im Januar 2014 und der Umsetzung des Gesetzes sind in Hessen inzwischen über 1.550 Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten über Ergänzungsprüfungen zu Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern weiterqualifiziert worden. Über 260 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter haben die komplette 3-jährige Berufsausbildung erfolgreich mit Prüfung abgeschlossen.

„Der Rettungsdienst in Hessen überzeugt dabei seit vielen Jahren durch seine hohe Qualität und seine Zuverlässigkeit und hat eine große Bedeutung für unsere Bürgerinnen und Bürger“ unterstrich der Gesundheitsminister und bedankte sich für das Engagement bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rettungsdienst.

Informationen zu Manfred Stein:

Herr Stein trat im Jahre 1964 mit 14 Jahren in das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ein und engagierte sich zunächst im Jugendrotkreuz, bevor er 1966 aktives Mitglied der DRK-Ortsvereinigung Erbenheim wurde. Er übernahm vielfältige Aufgaben bei Einsätzen des Sanitäts- und Rettungsdienstes sowie als gewählter Bereitschaftsleiter in den Jahren von 1976 bis 2010. Er baute die DRK-Bereitschaft in dieser Zeit zu einer leistungsfähigen Einheit aus, so dass diese den vielfältigen Herausforderungen im Bereich des Katastrophenschutzes und des Sanitätswesens gerecht werden konnte. Im Jahre 1976 wurde Herr Stein ehrenamtlicher Beauftragter der Ortsvereinigung für das Funkwesen, 1978 ehrenamtlicher Kreisausbilder „Funk" im DRK-Kreisverband Wiesbaden und ab 1986 ehrenamtlicher Fachdienstbeauftragter für das Fernmeldewesen.

 

Im Jahr 1990 gründete er in Wiesbaden die Gruppe „Einsatzleiter Rettungsdienst"-\/orläufer, der später im Gesetz verankerten „Technischen Einsatzleitung Rettungsdienst", bestehend aus „Organisatorischer Leiter Rettungsdienst" (OLRD) und „Leitender Notarzt" (LINA). Diese Gruppe kam bei Großschadensfällen in Wiesbaden und Umgebung erfolgreich zum Einsatz. 20 Jahre lang war Herr Stein Sprecher der Gruppe OLRD, bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 2010. Das gesamte Jahr über wurde dieser Dienst ehrenamtlich wahrgenommen. Herr Stein wurde im Jahre 2016 zum Vorsitzenden der DRK-Ortsvereinigung Erbenheimlgstadt-Delkenheim gewählt. Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Rettungsdienst, die Herr Stein 1970 aufgenommen hat, nahm er 1972 sein hauptamtliches Engagement im Rettungsdienst des DRKKreisverbandes Wiesbaden auf. Zunächst als Transportsanitäter, später Rettungssanitäter, Rettungsassistent, Rettungsdienstleiter (ab 1 979), stellvertretender Kreisgeschäftsführer (von 1990 bis 1 998) sowie Geschäftsführer des Kreisverbands Wiesbaden (von 2002 bis 2005 und erneut ab 2010). Daneben war Herr Stein auch für den DRK-Rettungsdienst Rhein-Main-Taunus sowie für die Soziale Dienste Rhein-Main-Taunus GmbH tätig. Im Jahr 2012 entstand unter seiner Leitung die neue Rettungswache in der Flachstraße in Wiesbaden. Während seiner hauptamtlichen Tätigkeit führte Herr Stein sein ehrenamtliches Engagement im DRK-Wiesbaden fort und betätigte sich daneben auch im Bereich der Rettungshunde und setzte sich für die Verbesserung der Voraussetzungen für den Einsatz von Ehrenamtlichen im Rettungsdienst ein.

 

Herr Stein war seit dem Jahr 2000 ehrenamtlicher Landesleiter Rettungsdienst und Vorsitzender des Fachausschusses Rettungsdienst sowie ehrenamtliches Mitglied im Präsidium des DRK-Landesverbandes Hessen. Darüber hinaus war er von 2003 bis 2007 ehrenamtliches Mitglied des Fachausschusses Rettungsdienst und von 2008 bis 2015 Mitglied der Projektgruppe Rettungsdienst im DRK-Generalsekretariat. Er war der Initiator des jährlich stattfindenden DRK-Rettungsdienstsymposiums, das zur Jahrtausendwende zum ersten Mal durchgeführt wurde und im Jahr 2018 weiterhin besteht. Weiterhin war Herr Stein seit 2001 ehrenamtliches Mitglied der Landesschiedsstelle für den Rettungsdienst. Ihm ist es in all den Jahren immer gelungen, die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer „unter einen Hut zu bringen"

 

Als DRK Geschäftsführer arbeitete Herr Stein mit den Geschäftsführungen des ArbeiterSamariter-Bundes (ASB) und der Johanniter-Unfallhilfe stets fair und kollegial zusammen. Gemeinsame Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen wurden sichergestellt, gemeinsam die Aufgaben des organisatorischen Leiters ehrenamtlich wahrgenommen, die Notfallversorgung und der Krankentransport in Wiesbaden, dem Rheingau-Taunus-l<reis, dem MainTaunus-Kreis und Darmstadt-Starkenburg wurden organisiert und viele ehrenamtliche Kräfte weitergebildet und eingebunden. Neben seinem beispielhaften Engagement beim Deutschen Roten Kreuz übernahm Herr Stein auch außerhalb ehrenamtliche Aufgaben. So war er von 2007 bis 2017 als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Darmstadt tätig und wurde 2017 zum ehrenamtlichen Richter am Sozialgericht Wiesbaden ernannt. Herr Stein hat sich weit über seine berufliche Tätigkeit hinaus, seit über 50 Jahren maßgeblich für das Gemeinwohl ehrenamtlich eingesetzt, deshalb wird er mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande geehrt.

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