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138 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor

RP Gießen genehmigt Landesbasisfallwert für 2018:
Gesamtbudget aller hessischen Krankenhäuser erhöht sich auf 5,17 Milliarden Euro

Gießen. „Im Vergleich zum Vorjahr stehen den Krankenhäusern 138 Millionen Euro mehr zur Verfügung“, berichtet Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Zuvor hatte das Regierungspräsidium Gießen die Vereinbarung des Landesbasisfallwertes 2018 zum 1. September genehmigt. Das Gesamtbudget der hessischen Krankenhäuser erhöht sich damit auf rund 5,17 Milliarden Euro. Die Vereinbarung der Hessischen Krankenhausgesellschaft und der Landesverbände der Kostenträger als Parteien auf Hessenebene entsprach demnach den rechtlichen Vorgaben des Krankenhausrechts.

„Der landesweit geltende Basisfallwert gibt den durchschnittlichen Fallerlös aller stationär behandelten Krankenhausfälle in Hessen wieder“, sagt Regierungspräsident Ullrich. Der Basisfallwert wird laut Gesetz in jedem Bundesland zwischen den Landesverbänden der Krankenkassen und der Landeskrankenhausgesellschaft ausgehandelt. Grundlage dafür sind Berechnungen auf Grundlage der einzelnen Krankenhausbudgets. In Hessen wurde etwa vereinbart, dass die durchschnittlichen Erlöse pro Punkt der Bewertungsrelationen 3.444,53 Euro betragen. Er hat sich damit im Vergleich zu 2017 um 2,75 Prozent erhöht.

Erfreut zeigte sich der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner: „Das Ergebnis beweist, dass die Preisanpassung nun endlich mit der Kostenentwicklung Schritt hält, weil Ungerechtigkeiten und Fehlanreize zur Mengensteigerung aus dem bundesweiten Vergütungssystem gestrichen wurden“, sagte der Minister.  Dafür habe er als Sprecher der CDU/CSU-geführten Bundesländer in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Krankenhausreform lange gekämpft.

Um den Preis einer Behandlung im Krankenhaus zu berechnen, wird die sogenannte Bewertungsrelation mit dem Basisfallwert multipliziert. „Diese Relation stellt den Aufwand dar, den ein Leistungserbringer zur Behandlung eines Patienten leisten muss“, erläutert Lucie Cordes, Dezernatsleiterin beim RP Gießen. Beinhaltet sind darin Personal-, Sach- sowie Infrastrukturkosten. Sie wird jährlich vom Institut für Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) ermittelt und im Fallpauschalenkatalog auf Bundesebene veröffentlicht. Bis Ende August wurde der – aus dem Jahr 2017 – weiter geltende Basisfallwert abgerechnet. Die hessischen Krankenhäuser können ab 1. September den Landesbasisfallwert 2018 in Höhe von 3.644,67 Euro ansetzen, um die Erlöse ihrer stationären Krankenhausbehandlungen zu ermitteln.

Zwar ist jeder Fall individuell, doch werden in den Fallpauschalen Patientenfälle mit ähnlich hohem Kostenaufwand gebündelt und können somit pauschal berechnet werden. Detailinformationen sind im Fallpauschalenkatalog niedergeschrieben. So kostet beispielsweise eine Entbindung ohne Komplikationen seit Monatsbeginn in Hessen etwa 2.062,88 Euro. Hierbei wird die Bewertungsrelation von 0,566 Punkten mit 3.644,67 Euro multipliziert. Mit diesem Betrag werden sämtliche Behandlungskosten des Krankenhausaufenthaltes abgedeckt.

Weitere Informationen zum Regierungspräsidium Gießen sind auf der Internetseite unter www.rp-giessen.de zu finden. © RP-Gießen