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100 Jahre nach Ende des 1. Weltkriegs und 70 Jahre nach Ankunft der letzten Heimatvertriebenen in Werschau

Arbeitskreis Historisches Brechen präsentiert am Sonntag Informationsausstellungen

Die Mitglieder des Arbeitskreises Historisches Brechen haben in diesem Jahr schwerpunktmäßig Material über die Zeit des 1. Weltkrieges in Verbindung mit den drei Ortsteilen der Gemeinde Brechen zusammengetragen. Vom Werschauer Gesprächskreis wurden seit 2016 Informationen zu den Personen und Familien, die als Heimatvertriebene nach Werschau kamen, gesammelt. 

Die von den Mitarbeiter/innen erstellten Informationsausstellungen „Brechen im 1. Weltkrieg“ sowie „Heimatvertriebene in Werschau“ sind am Sonntag, dem 11.11.2018 (also genau 100 Jahre nach Ende des 1. Weltkriegs) von 11:00 bis 17:00 Uhr im Pfarrsaal Werschau zu sehen. Am Beginn der Ausstellung werden die beiden neuen Hefte „Bereit, für Gesetz und Vaterland zu sterben. Die Gemeinde Brechen im 1. Weltkrieg.“ und „Gefallene und Vermisste des 1. Weltkriegs“ aus der Schriftenreihe Gemeindearchiv Brechen offiziell an den Bürgermeister der Gemeinde Brechen übergeben, sie können dann von den Besuchern erstmals erworben werden oder ab Montag  auf der Gemeindeverwaltung. 

Für die Ausstellung „Brechen im 1. Weltkrieg“ wurden neben Auswertungen der lokalen Zeitungen sowie der Pfarr- und Schulchroniken aus der damaligen Zeit auch mit Hilfe vieler Einwohner persönliche Feldpostbriefe/-karten, Fotos, Sterbebildchen und andere private Schriftstücke bis hin zu Tagebucheintragungen gesichtet und ausgewertet. Im Mittelpunkt stehen zum einen persönliche Eindrücke und Stimmungsbilder der Chronisten oder Zeitzeugen zum Kriegseintritt, zum Kriegsgeschehen und zum Kriegsende, aber auch die persönlichen Erlebnisse der Kriegsteilnehmer an der Front und das Geschehen und die Ereignisse zwischen 1914 und 1918 in Niederbrechen, Oberbrechen und Werschau.

Die mehr als 150 Heimatvertriebene kamen in der Zeit von 1946 – 1948 in der Regel nach furchtbaren Entbehrungen und Leiden bei ihrem Auszug wie auf ihrer Reise und in Lagern mit geringer Habe in Werschau an und fanden meist in beschränkten Wohnungen Unterkunft. 
Es war für die Gemeinde damals eine fast unlösbare Aufgabe, diese heimatlosen Menschen unterzubringen, da die meisten Häuser für die Aufnahme zusätzlicher Familien zu klein waren. Dank der Bereitschaft der Bürger wurde es aber geschafft.

Heute sind die Heimatvertrieben bzw. deren Nachkommen im Brecher Ortsteil Werschau voll integriert. Die junge Generation weiß nur noch wenig von der alten Heimat, aber die Alten trauerten noch lange immer der Heimat ihrer Kindheit nach.
Mittels Befragung von Zeitzeugen konnte für die Ausstellung deren Weg aus der alten - sowie die Eingliederung in die neue Heimat aufgezeichnet werden.

Die Ausstellung „Brechen im 1. Weltkrieg“, die über 25 Informationstafeln umfasst, ist auch am 17./18.11.2018 im Rahmen der Hobbyausstellung in Oberbrechen (Emstalhalle) sowie am 25.11.2018 in Niederbrechen (Pfarrer-Herlth-Haus zusammen mit der Buchausstellung der Bücherei Niederbrechen) zu sehen. © Ulli Jung