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1.Brecher Wirtschaftsforum – Corona und Schnelles Internet sind die wichtigsten Themen

Niederbrechen. Die Gemeinde Brechen ist lebens und liebenswert, freut sich Bürgermeister Frank Groos, und so gilt es auch und gerade in diesen besonderen Zeiten -mit Abstand natürlich - zusammen gemeinsam durch die Zeit zu kommen. Die erste Auflage des “Brecher Wirtschaftsforums” fand daher noch in kleinem Rahmen statt und bot die Möglichkeit zum Austausch zwischen den Gewerbetreibenden, der Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammer und natürlich mit der Gemeinde Brechen. Die Auswirkungen von Corona fallen auch in unserer Region höchst unterschiedlich aus: Wo einerseits Betriebe um ihre Existenz kämpfen, die sich durch den Lockdown ergeben haben, ergaben sich für andere Firmen neue Betätigungsfelder oder durch die Verschiebung von Schwerpunkten mehr Aufträge in anderen Bereichen.

Im “1. Brecher Wirtschaftsforum” konnten so Vertreter aus dem Dienstleistungsbereich, Finanzwesen, Banken, Energieversorgung, Industrie und Handwerk begrüßt werden, so Bürgermeister Frank Groos, der hierin auch einen guten Querschnitt der heimischen Wirtschaft abgebildet sieht. In der im nächsten Jahr geplanten zweiten Auflage werden dann hoffentlich alle in der Gemeinde vertretenen Betriebe und Unternehmungen am Start sein können. Gerade jetzt wird deutlich, wie wichtig eine leistungsstarke und zukunftsfähige digitale Infrastruktur für den ländlichen Raum ist. Für eine gute “work-life-balance” müssen die erforderlichen Rahmenbedingungen stimmen - das schnelle Internet ist hierbei eine der Grundvoraussetzungen, die auch beim Zuzug von neuen Bürgern einen maßgeblichen Anteil an der Entscheidungsfindung hat.

Martin Tolksdorf von MTL-Logistik in Niederbrechen, der aufgrund der weltweiten Verflechtungen auch zeitzonenbedingt zu allen Tageszeiten am Start ist, unterstrich die dringende Notwendigkeit der Digitalisierung für die Gemeinde. Nicht nur die “eigentlichen Gewerbetreibenden” am Gewerbestandort benötigen es, sondern auch die von zuhause aus für die Firmen arbeitenden müssen schnell im Netz unterwegs sein können. Das Thema muß nachhaltig weiter vorangetrieben werden - derzeit in Kooperation mit der Deutschen Glasfaser, die einen flächendeckenden “Fibre to the home” (FTTH), also das schnelle Internet direkt bis nach Hause bringen. Bei aller Digitalisierung, so Groos, ist aber auch die analoge Begegnung mit den Menschen wichtig, so auch im 1. Brecher Wirtschaftsforum.

Groos sprach sich ausdrücklich für ein optimistisches Nachvorneblicken aus, denn die Kommunen gehören zu den wichtigsten Auftragsgebern und die Gemeinde Brechen darf sich zu den finanziell solide aufgestellten Kommunen zählen. Er wird daher der Gemeindevertretung empfehlen, keine Haushaltssperre oder Investitionsverschiebungen vorzunehmen sondern das ambitionierte Investitionsprogramm fortzuführen.

IHK-Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer berichtete zusammen mit dem Geschäftsführer der Kreishandwerkskammer Stefan Laßmann aus den Betrieben der Region.

Im Jahr 2020 gibt es, so Monika Sommer, 10% weniger Ausbildungsverträge in der Region Limburg-Weilburg - eine Verunsicherung auf beiden Seiten ist deutlich spürbar. Über 50 freie Ausbildungsstellen alleine in der IHK-Lehrstellenbörse sind verfügbar und bieten Chancen für aktuelle Schulabgänger für ihre Wunschausbildung. Die aktuelle Situation und ihre Auswirkungen werden die Menschen noch eine Weile beschäftigen, daher gilt es, Dinge weiterzuentwickeln und neue Wege zu beschreiten, darin waren sich die Teilnehmer einig. Die Digitalisierung der Schulen schreitet weiter voran, wo Stefan Laßmann ebenfalls Chancen aber aus neue Herausforderungen sieht, denn der Unterricht von gestern kann nicht ohne weiteres übertragen werden, aber es gelte auch hier innovativ nach vorne zu gehen.

Die Nachfrage nach Auszubildenden ist im Handwerk, Handel und der Industrie enorm, so berichtete auch Jouke Landmann vom Energieversorger Süwag, dass der Bedarf an Technikern im Moment sehr hoch sei. Das Wort “Krise”, so Bürgermeister Frank Groos, setze sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen - das eine bedeute Gefahr, das andere jedoch GELEGENHEIT -und diese gilt es jetzt zusammen zu nutzen für die Digitalisierung und die lebendige Zukunft unserer Gemeinde. © FOTO-EHRLICH.de/Peter Ehrlich